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Wincor Nixdorf startet gut ins neue Jahr - 2003 04 erstmals Dividende

Der Geldautomatenhersteller Wincor Nixdorf ist nach einem erfolgreichen Geschäftsjahr 2003/04 (bis Ende September) gut ins neue Geschäftsjahr gestartet.

dpa-afx DÜSSELDORF. Der Geldautomatenhersteller Wincor Nixdorf ist nach einem erfolgreichen Geschäftsjahr 2003/04 (bis Ende September) gut ins neue Geschäftsjahr gestartet. "Das erste Quartal gibt Zuversicht, dass wir die Ziele, die wir uns für das Gesamtjahr vorgenommen haben, schaffen", sagte Vorstandschef Karl-Heinz Stiller am Montag in Düsseldorf. Dabei setzt das seit September im MDax notierte Unternehmen neben organischem Wachstum auch auf kleinere Akquisitionen und strebt noch in diesem Jahr die europäische Marktführerschaft an. Für das abgelaufene Geschäftsjahr will Wincor Nixdorf erstmals eine Dividende zahlen. Die Aktie kletterte am Vormittag zwischenzeitlich mit einem Plus von fast 3,5 Prozent an die MDax-Spitze.

2004/05 wolle der Konzern seine Erlöse um "mindestens" sieben Prozent steigern, kündigte Stiller an. Der operative Gewinn auf Ebita-Basis solle um "mindestens" acht und der um Carve-Out-Effekte bereinigte Jahresüberschuss um "mindestens" zehn Prozent wachsen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr erzielte das Unternehmen bei einem Umsatz von 1,576 Mrd. Euro (plus 9%) einen operativen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Firmenwertabschreibungen (Ebita) von rund 116 Mill. Euro.

Der Jahresüberschuss lag bei 44 Mill. Euro - nach 14 Mill. Euro im Vorjahr. Bereinigt um die Effekte aus dem Carve-Out aus dem Siemens-Konzern im Jahr 1999 kletterte der Jahresüberschuss von 51 Mill. auf 61 Mill. Euro. Der operative Cashflow kletterte um 13 Prozent auf 22 Mill. Euro und die Nettoverschuldung konnte von 262 Mill. auf 234 Mill. Euro reduziert werden. Wachstumsmotor sei weiterhin die fortgesetzte Internationalisierung gewesen. Der Umsatz in Deutschland blieb mit 515 Mill. Euro fünf Prozent hinter dem Vorjahr zurück. Damit wurden 33 Prozent des Umsatzes in Deutschland erzielt.

Erste Dividende

Für das abgelaufene Geschäftsjahr kündigte das seit Mai an der Börse notierte Unternehmen eine erste Dividende von 1,21 Euro je Aktie an. Insgesamt werden rund 20 Mill. Euro an die Aktionäre ausgeschüttet. Für 2004/05 sollen die Dividende deutlich erhöht werden. "Wir werden rund 50 Prozent des bereinigten Jahresüberschusses ausschütten", sagte Finanzchef Eckard Heidloff. Bei einem angepeilten bereinigten Jahresüberschuss von rund 66 Mill. Euro würden damit mehr als 30 Mill. Euro oder 1,80 Euro je Aktie an die Anteilseigner fließen. Wincor Nixdorf habe zudem das Gewinnpotenzial, die Ausschüttung in Zukunft weiter zu steigern und "attraktive Dividenden" an die Aktionäre zu zahlen.

Der Konzern kündigte an, im laufenden Geschäftsjahr mit seinen Kerngeschäftsfeldern in den Branchen Banken und Handel weiter wachsen zu wollen. Dabei liege der Schwerpunkt auf organischem Wachstum. "Zusätzliches Wachstumspotenzial sehen wir darüber hinaus in kleineren Akquisitionen", sagte Stiller. 2004/05 seien 25 Mill. Euro für Akquisitionen vor allem in den Bereichen Service und Technologie vorgesehen. "Die Finanzkraft ist allerdings stärker: Wenn wir wollten, könnten wir mehr." Fokus der Erweiterung liege dabei auf Europa. "Wir sind in Gesprächen mit Unternehmen, die zu uns passen", sagte der Vorstandschef. Namen potenzieller Übernahmekandidaten nannte er nicht.

Marktführerschaft IN Europa

Ziel sei es, im laufenden Jahr die Marktführerschaft auch im Bereich Banking zu übernehmen und dort den bisher größten Anbieter NCR abzulösen. "Die Zahlen für 2004 sind noch nicht da, aber ich bin der Überzeugung, dass wir sehr sehr nah an den Marktführer herangekommen sind", sagte Stiller. In der Handelssparte hat der Konzern eigenen Angaben zufolge in diesem Jahr IBM als Marktführer überholt. Im abgelaufenen Geschäftsjahr steigerte Wincor Nixdorf seine Umsätze auf den europäischen Märkten (ohne Deutschland) um 18 Prozent.

Um die rund 2 600 Stellen in Deutschland langfristig zu sichern, strebe der Konzern eine Rückkehr zur 40-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich an. Derzeit liefen Verhandlungen mit den Beschäftigten, sagte Stiller. Zum Stand der Gespräche sagte er nichts. "Am Ende kommt immer ein Kompromiss heraus, aber wie der aussieht, kann ich derzeit noch nicht sagen."

Der Markt reagierte positiv auf die Informationen. Vor allem der gute Ausblick und die Dividende stützten die Aktie, sagten Händler. Nach einem zwischenzeitlichen Anstieg um 3,43 Prozent lag das Papier gegen 14.45 Uhr mit 1,74 Prozent im Plus bei 58,50 Euro. Der MDax verlor gleichzeitig um 0,20 Prozent auf 5 290,72 Punkte.

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