Wind in Unternehmen wird rauer
Operation Kehraus

Unter wachsendem Kostendruck versuchen Unternehmen immer entschlossener, leistungsschwache Mitarbeiter loszuwerden.

wiwo DÜSSELDORF. Ein Busfahrer streift regelmäßig seelenruhig parkende Autos. Ein Exportsachbearbeiter verwechselt ständig Auftragsnummern. Ein Bote liefert hartnäckig Pakete an die falschen Adressen. Eine Sekretärin weigert sich standhaft, ihre schwachen Fremdsprachenkenntnisse aufzubessern.

Managervorbild Jack Welch würde sie allesamt in seine Zehn-Prozent-Schublade stecken - und entlassen. Für den ehemaligen Boss des Technologiekonzerns General Electric gibt es in jedem Unternehmen drei Sorten von Mitarbeitern: 20 Prozent Topleister, 70 Prozent gute Mitarbeiter und zehn Prozent chronisch Leistungsschwache, so genannten Low Performer. Die, so Welch, müsse das Unternehmen feuern und durch bessere ersetzen.

Infineon-Chef Ulrich Schumacher nimmt Welchs radikale Methode denkbar ernst. Er will künftig jedes Jahr die schwächsten Mitarbeiter in seinen Chipfabriken vor die Wahl stellen: Entweder sie werden besser oder sie suchen sich einen neuen Job. Das klingt hart. Aber die Arbeitnehmer deutscher Unternehmen werden sich auf solche Ansagen einstellen müssen. Denn Schumacher ist nur der Herold einer wachsenden Bewegung. Viele Unternehmen verlieren die Geduld mit trägen Mitarbeitern und beginnen, ,Return on Gehalt' einzufordern", wie es Walter Jochmann, Chef der Personalberatung Kienbaum Management Consultants, formuliert.

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