Windkraftanlagen-Hersteller streiten um Lizenzvergabe: Nordex und Repower kappen Kooperation

Windkraftanlagen-Hersteller streiten um Lizenzvergabe
Nordex und Repower kappen Kooperation

Die Windkraftanlagen-Hersteller Nordex AG, Norderstedt, und Repower Systems AG, Hamburg, haben ihre gemeinsame Arbeit an der Entwicklung einer Windkraftanlage eingestellt, bevor sie richtig in Gang gekommen ist. Dies erfuhr das Handelsblatt am Rande der Hauptversammlung der Nordex AG in Warnemünde.

HB WARNEMÜNDE. Repower-Vorstandschef Fritz Vahrenholt nennt als Grund die zu zögerliche Entwicklung. Repower wolle mit dem Prototyp im Jahr 2003, mit der serienreifen Anlage 2005 am Markt sein. Den gleichen Zeitrahmen nennt aber auch Nordex seit langem. Tatsächlicher Grund für die Trennung ist, wie es aus Bankenkreisen heißt, die Verärgerung der soeben in den Nemax-50 aufgenommenen Nordex über die Vertriebspolitik von Repower. Danach stößt sich die in der Weltrangliste mit gut 8 % Marktanteil auf Rang sechs stehende Nordex daran, dass Repower Lizenzen an ausländische Konkurrenten vergibt.

Das Fass zum Überlaufen soll die Lizenzvergabe einer 1,5 MW-Anlage von Repower an die spanische Gamesa Eólica S.A. gewesen sein. Die mit einem Marktanteil von knapp 14 % weltweit auf Platz 2 hinter Marktführer Vestas rangierende Gamesa produziert ausschließlich auf Lizenzbasis und konkurriert mit deutschen Produzenten. Hinzu kommen Pläne von Repower, die nächsten Lizenzen nach Japan und China zu vergeben. In China ist Nordex Marktführer.

Weltgrößte Windkraftanlage

Nordex und Repower waren 2001 übereingekommen, gemeinsam die bislang weltgrößte Windkraftanlage mit einer Nennleistung von 5 MW für den Einsatz auf See, in so genannten Off-Shore-Feldern, zu entwickeln. Beide Unternehmen wollen die Entwicklung jetzt getrennt fortsetzen.

Die aus dem Zusammenschluss der Anlagenbauer Jacobs Energie, Husum, BWU, Trampe in Brandenburg, und dem Ingenieurbüro Pro+Pro Energiesysteme, Rendsburg, entstandene Repower will noch im Frühsommer an den Neuen Markt, bestätigt Vahrenholt auf Anfrage. Angesichts der fragilen Verfassung dieses Börsensegments zeigt sich Stephan Otto, Analyst bei der Hamburgischen Landesbank, allerdings gespannt, wie sie an den Markt kommen.

Die Nordex marschiert nach Angaben des Vorstandsvorsitzenden Dietmar Kestner im Geschäftsjahr 2001/02 (30.9.) stramm vorwärts. Nach 347 Mill. Euro Umsatz und 14,1 Mill. Euro Gewinn vor Steuern und Zinsen im Vorjahr, kündigt Kestner für das laufende Jahr bei 500 Mill. Euro Auftragseingang 462 Mill. Euro Umsatz und 22,9 Mill. Gewinn vor Steuern (Ebit) an. Getragen wird das Geschäft zu 50 % aus Deutschland. Der Exportumsatz wird vorrangig durch Europa und hier von Frankreich, Großbritannien und Italien getragen. In den nächsten drei bis vier Jahren rechnet Kestner mit einem jährlichen Umsatzzuwachs von 20 %. Kestner: "Unser langfristiges Ziel ist, weltweit unter die ersten drei Hersteller zu kommen."

Um Erfahrungen bei Off-Shore-Anlagen zu sammeln soll noch in diesem Jahr eine Anlage des auf Land bewährten Typs N-80 mit 2,5 MW Leistung in Rostock sowie in Norwegen oder in der dänischen Ostsee installiert werden.

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