Windows-Plattform aufgegeben
Sendo gibt Microsoft schallende Ohrfeige

Der Handy-Hersteller Sendo hat sein Entwicklungsprogramm für Smartphones auf Basis von Microsoft Windows for Smartphone 2002 Software eingestellt.

HB/nie DÜSSELDORF. Daher wird das seit der CeBIT 2001 angekündigte Sendo-Handy Z100, das maßgeblich auf der Microsoft-Plattform basiert, nicht auf den Markt kommen - und das obwohl nach Informationen des Wall Street Journals mehrere zehn Millionen Britische Pfund in die Entwicklung gesteckt wurden und die Marktenführung mit Spannung erwartet wurde. Analysten vermuten, dass Microsoft dem Hersteller letztendlich nicht genügend Freiheiten bei der Anpassung des Betriebssystems gab.

"Wir bedauern das zutiefst. Es war eine sehr schwerige Entscheidung, insbesondere weil wir durch das Z100 die führende Position bei der Entwicklung von Smartphones erworben hatten. Wir sind sehr enttäuscht, dass wir das Z100 nicht auf den Markt bringen", so der englische Hersteller.

Die Entscheidung bedeutet für Microsofts Bemühungen, auch in der Mobilfunkwelt Fuß zu fassen, einen herben Rückschlag. Und als ob das nicht genügen würde, hat Sendo nun die Series 60 Plattform von Nokia für seine Smartphones lizenziert, welche für das offene Betriebssystem Symbian optimiert wurde. "Wir sind davon überzeugt, dass wir damit unsere führende Position bei der Entwicklung von Smartphones in 2003 fortsetzen können", erklärte das Unternehmen.

Die Sendo-Entscheidung ist für Microsoft doppelt schmerzhaft. Denn obwohl der Redmonder Software-Riese eine Minderheitsbeteiligung an Europas jüngstem Handyproduzenten hält, ist dieser als einer der letzten überzeugten "Microsoft-Anhänger" unter den Mobilfunkern ins Nokia-Lager abgewandert.

Alle Microsoft-Hoffnungen ruhen nun auf dem taiwanesischen Hersteller HTC. Der weltweit größte Softwarekonzern stellte vergangenen Monat gemeinsam mit Orange, der Mobilfunktochter von France Télécom, ein Multimedia-Handy aus der HTC-Werkstatt vor. Die ersten mit großem Farbbildschirm, Video-, E-Mail- und Kameraanschluss ausgestatteten Handys mit dem speziellen Windows-Betriebssystem sollen bereits diesen Monat in Großbritannien zu kaufen sein.

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