Archiv
Windows XP: Start mit Hindernissen

Über das neue Betriebssystem Windows XP des Softwaregiganten Microsoft ist schon viel geschrieben worden: Die Computerpresse hat das neue Programm vorab bereits auf Herz und Nieren getestet und für gut befunden. Verbraucherschützer - vor allem in den USA - sehen die Software allerdings nicht so positiv.

Sie werfen Microsoft vor, der Konzern nutze seine Marktmarkt schamlos aus, um andere Anbieter wie Real Network aus dem Markt zu drängen. Ab Ende der Woche wird das neue Programm nun ausgeliefert. Auf den meisten neuen PC ist dann Windows XP vorinstalliert.

Das neue Betriebssystem räumt auf mit dem Ballast aus der Vergangenheit: Die Verbindung zu dem legendären DOS, mit dem Microsoft seinen Siegeszug in der PC-Technik begonnen hat, wurden gekappt. Außerdem werden nun Einzel-PC und Netzwerkrechner in Zukunft von ein und dem selben System gesteuert.

Der Softwarehersteller hat es in der Vergangenheit schon bei anderen Programmen wie für die Textverarbeitung hervorragend verstanden, eine Vielzahl von Funktionen in einer Software zu vereinen. So ist es gelungen, mit einem Programm eine Vielzahl von potenziellen Kunden anzusprechen, obwohl diese nur einen Bruchteil der angebotenen Funktionen nutzen. Auch in den früheren Windows-Versionen wurden immer mehr Funktionen integriert.

Diese Strategie wurde bei XP fortgesetzt. Das Programm sorgt nicht nur dafür, dass die einzelnen Komponenten des Rechners optimal miteinander arbeiten und mit dem Internet verknüpft, sondern auch Musik und Videos abspielt und bei deren digitalen Bearbeitung hilft. Dafür waren bislang zusätzliche Programme erforderlich, die auch von anderen Softwareherstellern angeboten werden. Diese haben nun das Nachsehen. Kein Wunder, dass Wettbewerbsschützer Parallelen zu dem Fall von Netscape sehen.

Insgesamt haben sich die Marktbedingungen verschärft. Der Softwarehersteller aus Redmond hatte sich die Voraussetzungen für den Start von Windows XP sicher rosiger vorgestellt. Als das Programm entwickelt wurde, konnte niemand die wirtschaftliche Talfahrt und die schlimmen Terrorattacken in den USA voraussehen. Inzwischen hoffen nicht nur die PC-Hersteller, sondern auch Chipproduzenten wie Intel, dass das neue Betriebssystem die Nachfrage nach neuen Computern belebt. Denn, wer die Vorzüge der neuen Softwaretechnik voll auskosten will, benötigt einen schnellen und leistungsfähigen Rechner. Marktanalysten sind jedoch skeptisch, dass Windows XP als alleiniges Zugpferd ausreicht, um die Branche aus dem Tief herauszuziehen. Sowohl Firmen als auch Privatkunden werden in der jetzigen Situation wohl eher zurückhaltend in neue Technik investieren, lautet ihr Argument.

Microsoft muss sich daher noch etwas gedulden, bis das neue Betriebssystem die erwarteten Dollar in die Kassen spült. In der Zwischenzeit können die Entwickler in Redmond daran gehen, die Fehler in den Programm zu beseitigen. Denn davon gibt es genug, wie die ersten Reparaturprogramme zeigen, die ebenfalls noch in dieser Woche über das Internet-Portal des Softwarekonzerns zur Verfügung gestellt werden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%