Winseln auf dem Parkett
Wall Street inside: Die Bären sind los

Es ist erst vorbei wenn´s vorbei ist, soviel steht jedenfalls fest. Das Winseln auf dem Parkett der New Yorker Börse wird immer größer. Wie Weißwürstel zutzeln die Bären das Mark aus den Portfolios der Investoren - auch zum Wochenauftakt.

wsc NEW YORK. Gemessen an den Schlusskursen vom Freitag verlor der S&P 500 Index im zweiten Quartal fast 14 Prozent. Hingegen konnten Investoren mit Staatsanleihen über 6 Prozent verdienen. Seit nun schon drei Wochen geht es beim Dow Jones Index ununterbrochen abwärts, beim Nasdaq sogar schon seit vier Wochen.

Der Sommer hat am Freitag offiziell begonnen und damit auch das Warten auf die von vielen Händlern erhoffte Sommerrallye. "Bei einem optimalen Verlauf, erreichen wir an diesem Montag, spätestens aber am Dienstag die vorläufigen Tiefstpunkte", hofft Arthur Cashin von UBS Paine Webber. Doch wie heißt es doch gleich: "Glaubt man den Schlüssel zum Aktienmarkt gefunden zu haben, wird das Schloss schnell wieder ausgewechselt." Selbst wenn diese Woche der Tiefstpunkt erreicht werden sollte, muss der Bärenmarkt noch lange nicht beendet sein. Dieser Tage ist gespartes Geld auch verdientes Geld.

In welche Richtung der Schnellwaschgang einer Waschmaschine auch schleudern mag - ob nach rechts oder nach links - schwindelig wird?s einem auf jeden Fall. Gleiches gilt für die jetzt angebrochene Handelswoche. Neben zahlreichen Wirtschaftsnachrichten und der Notenbanksitzung am Mittwoch, wird das nahende Quartalsende ebenfalls die Volatilität anfachen. Bei Investmentsfonds ist wieder "Window Dressing" angesagt. In den letzten Handelstagen werden die Depotleichen ohne Rücksicht auf Verluste auf den Markt geschmissen, während man bei den Gewinnern aufstockt. Ein Grund mehr davon auszugehen, dass mit dem Start des zweiten Halbjahres auch eine Sommerrallye einhergehen wird.

Unabhängig davon, geht auch die Warnungssaison für das zweite Quartal dem Ende entgegen. Spätestens ab Ende nächster Woche, sollten positive Ergebnisse den Beginn einer Ertragserholung nochmals verdeutlichen. Ein Trend, der durch die Angst vor Terroranschlägen und Bilanzmanipulierungen fast gänzlich unbeachtet blieb. Weiter abwärts geht es auch bei den Aktien des Pharmakonzerns Merck.

An diesem Montag leidet der Handelsverlauf vor allem unter negativen Analystenkommentaren. So wurden bei Goldman Sachs die Gewinnschätzungen von IBM für 2002 und 2003 erneut nach unten revidiert. Das die Analystin aufgrund der Bewertung an der Kaufempfehlung festhält, bleibt unbeachtet. Tabakwerte, ein bisher defensiver Sektor, gerät wiederum bei Merrill Lynch unter Beschuss. Die jüngsten Gerichtsentscheidungen in Sachen Raucherklagen, spreche für ein schwieriger werdendes Umfeld.

Weiter abwärts geht es auch bei den Aktien des Pharmakonzerns Merck. Der geplante Börsengang der Tochtergesellschaf Medco Health Solutions ist bereits letzte Woche unter Beschuss geraten. In einem bei der SEC hinterlegten Dokument wird angedeutet, dass die Ertragskraft von Medco anscheinend nachlässt.

Bei den Hightechs geht es vor allem wieder bei den Telekom-Werten abwärts. Während sich die UBS Warburg zu Nortel negativ zu Wort meldet, stuft man bei Salomon Smith Barney erneut die Aktien von Worldcom ab.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%