Winter wird Einsätze nicht verhindern
Experten: US-Bodenangriff folgt nicht sowjetischem Muster

"Fürchtet den Winter, fürchtet den Taliban-Krieger, fürchtet die Afghanen", so lautet die Warnung der radikal-islamischen Regierung in Afghanistan. Aber die stolze Ankündigung der Taliban, den US-Streitkräften genauso den Todesstoß zu versetzen wie in den 80er Jahren den Soldaten der Sowjetunion, wird nach Aussage von Militärexperten eine leere Drohung bleiben.

Reuters ISLAMABAD. "Es gibt drei oder vier zentrale Unterschiede", sagte der pakistanische Generalleutnant a.D. Talat Masood am Freitag. "Es ist kein Frontalangriff wie beim Einmarsch der Sowjets." Die USA würden dafür sorgen, dass ein Bodenkrieg nach ihren Regeln geführt werde.

Masood wies die Vorhersagen der Taliban zurück, die US-Soldaten würden im harten afghanischen Winter chancenlos seien. Auch die Monate mit zugeschneiten Tälern und Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt würden die Militäreinsätze nicht stoppen. "Es wird die Einsätze verzögern, aber sie nicht aufhalten", sagte er. "Sie (die US-Soldaten) absolvieren ein Kälte-Training." Zudem seien die Erwartungen der Taliban falsch, dass die USA wie die Sowjets große Gebiete besetzen wollten. "Sie wollen vielleicht bestimmte Taliban-Einheiten auslöschen, die die Bombenangriffe überstanden haben, oder gegen spezifische Anführer von El Kaida vorgehen", sagte Masood in Anspielung auf die Organisation des von den USA gesuchten moslemischen Extremisten Osama bin Laden.

Auch sei die außenpolitische Lage anders als nach dem sowjetischen Einmarsch, sagt Masood. "Früher hat die ganze Welt die Afghanen unterstützt, mit der Ausnahme des Ostblocks", sagte er. "Jetzt fehlt ihnen diese Unterstützung. Die USA selbst hatten den Mudschaheddin mehrere Mrd. $ an Militärhilfe zukommen lassen, darunter moderne "Stinger"-Raketen, die gegen die gefürchteten sowjetischen Kampfhubschrauber eingesetzt wurden. Die Taliban haben zwar erklärt, dass sie noch im Besitz derartiger Raketen sind. Die USA haben jedoch schon die Lufthoheit über Afghanistan verkündet.

Und noch eine Sache habe sich geändert, sagte Masood: Das afghanischen Volk sdei gespalten. "Früher waren alle geeint in ihrem Kampf gegen die Sowjets, nun gibt es große Differenzen zwischen den einzelnen afghanischen Gruppen." Diese kämpften um die Kontrole über ein zukünftiges Afghanistan nach dem Sturz der Taliban.

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