Wintersportartikel bremsen: Sportartikelhersteller laufen Konsumflaute davon

Wintersportartikel bremsen
Sportartikelhersteller laufen Konsumflaute davon

Den deutschen Sportartikelherstellern Adidas-Salomon und Puma ist es bislang ungeachtet des Irakkrieges gelungen, der Konsumflaute davonzulaufen. Analysten gehen davon aus, dass sich diese Entwicklung zumindest noch im laufenden Jahr fortsetzen wird.

vwd MÜNCHEN. So hätten sich Sportartikelhersteller wie Puma mittlerweile zu Anbietern von Lifestyle-Produkten entwickelt, die weniger anfällig für die gegenwärtige Kaufunlust der Konsumenten seien. Die Wachstumsziele von adidas auf dem wichtigen US-Markt dürften laut Analysten jedoch in den kommenden Jahren angesichts der starken Konkurrenz nur schwer zu erreichen sein.

Analyst Thilo Kleibauer von M.M. Warburg rechnet zwar damit, dass das Konsumverhalten durch den Irakkrieg weiter gedrosselt wird. Aber die Hauptzielgruppe für Sportschuhe seien Teenager, die ungeachtet der Konsumflaute einkaufen würden. Auch nach Ansicht von Volker Hergert von der Bankgesellschaft Berlin ist die Sportartikelbranche derzeit "relativ unabhängig" von der allgemeinen Konsumflaute, weil sie eine "etwas andere Klientel" anspreche. Puma liege beispielsweise mit ihren Lifestyle-Produkten im Trend der Zeit. Deshalb dürfte die Erfolgswelle für das Unternehmen noch "mindestens ein Jahr" anhalten.

Analysten: Wintersportartikel bei Adidas "Wachstumsbremse"

Erst wenn die Verbraucher ihre "Vorlieben wechselten" - wie zum Plateauschuh in den 90-er Jahren - könnten die Sportartikelhersteller Probleme bekommen, meint Hergert. Als Wachstumsbremse für Adidas-Salomon, die insbesondere auf technische Innovationen bei klassischen Sportprodukten setzen, sieht Kleibauer insbesondere den Wintersportbereich. Die rückläufigen Jahresumsätze bei Salomon würden den Abwärtstrend in der Tourismusbranche widerspiegeln.

Wachstumschancen sieht adidas in den kommenden Jahren vor allem auf dem weltweit größten Sportartikelmarkt USA bzw Nordamerika. Dort soll innerhalb der nächsten drei bis fünf Jahre der Marktanteil bei Sportschuhen auf 20 Prozent von bislang rund zwölf Prozent klettern. Diese Ziele sind nach Einschätzung von Barbara Ambrus von der Landesbank Baden Württemberg selbst für einen Zeitraum von fünf Jahren "ehrgeizig", denn auch die Konkurrenz entwickle sich weiter. Dennoch zeigt sich die Analystin mit Blick auf die zukünftige Entwicklung des Unternehmens zuversichtlich.

Analysten: Puma und Adidas werden Prognosen 2003 erreichen

So dürfte Adidas die für 2003 in Aussicht gestellten "konservativen" Ziele, den Umsatz um rund fünf Prozent und das Ergebnis zwischen zehn und 15 Prozent zu steigern, erreichen. Ambrus geht von einem Ergebnisplus von 15 Prozent bei einem Umsatzwachstum von vier Prozent aus. Puma dürfte die Prognosen für 2003 - also ein Umsatzplus von 30 Prozent und einen überproportionalen Ergebniszuwachs - laut den Analysten ebenfalls sicher erreichen.

Ambrus hat die Adidas-Aktie auf "kaufen" eingestuft, während Kleibauer sie auf "halten" gesetzt hat. Puma wird von den Analysten der Bankgesellschaft Berlin auf "akkumulieren" mit einem Kursziel von 95 Euro eingestuft. Die Hypovereinsbank hat den Wert auf "Outperform" gesetzt.

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