"Wir gehen harten Zeiten entgegen"
Bush will Hintermänner der Terroranschläge nennen

Der amerikanische Präsident George W. Bush will am Donnerstag (21.00 Uhr Ortszeit/Nacht zum Freitag 03.00 Uhr MESZ) in einer kurzfristig anberaumten Rede vor beiden Häusern des Kongresses die Hintermänner der Terroranschläge von New York und Washington nennen. Bush kündigte die Ansprache am Mittwoch nach einem Treffen mit führenden Mitgliedern des Kongresses im Weißen Haus an. Nach Angaben von Mitarbeitern wird er jedoch noch keinen Zeitpunkt für den erwarteten Vergeltungsangriff nennen.

AP WASHINGTON. "Ich schulde dem Land eine Erklärung", sagte der Präsident. Er wolle die Gelegenheit nutzen und dem amerikanischen Volk erklären, "wer dies unserem großartigen Land angetan hat und warum". Berater des Präsidenten sagten, Bush wolle das Volk noch einmal darauf einstimmen, dass der Feldzug gegen den Terrorismus lang und nicht ohne Risiko für die Soldaten und die Zivilbevölkerung sein werde.

Die Rede diene jedoch nicht dazu, militärische Angriffe bekannt zu geben, sagte Bushs Nationale Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice. Bush sprach am Mittwoch mit den Kongressführern über die Auswirkungen der Terroranschläge vom Dienstag voriger Woche auf die Wirtschaft. "Wir gehen harten Zeiten entgegen", sagte der Präsident. "Dies ist ein Schock für die Wirtschaft, und wir werden darauf reagieren." Die Parlamentarier und der Präsident erklärten, man habe noch keine Entscheidung über mögliche Gesetzgebungsschritte getroffen. Notenbankpräsident Alan Greenspan hatte zuvor an die Mitglieder von Senat und Repräsentantenhaus appelliert, sich auf die Wiederherstellung des wirtschaftlichen Vertrauens zu konzentrieren, anstatt Gesetze zu verabschieden, deren Auswirkungen nicht abzusehen seien.

Für den geplanten Feldzug gegen den Terrorismus bat Bush Regierungen in aller Welt um offene oder verdeckte Hilfe. Aus dem Pentagon kamen unterdessen erste konkrete Anzeichen für die Vorbereitungen auf einen Vergeltungsschlag. Das Ministerium ordnete die Entsendung von Kampfflugzeugen auf Stützpunkte in der Golfregion an. Die Operation trägt den Namen "Unendliche Gerechtigkeit" ("Infinite Justice"), wie ein ranghoher Vertreter der Streitkräfte mitteilte.

US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld hatte zuvor erklärt, es gebe umfangreiche Beweise über eine Zahl von Ländern, die weltweit operierende Terroristen beherbergen. Bei den Ermittlungen zu den Anschlägen in New York und Washington gehe es nicht allein um Osama Bin Laden und seine Organisation El Kaida. "Wir müssen diese Kampagne zur Wurzel des Problems bringen, und das sind die Terroristen und die Länder, die sie aufnehmen", sagte Rumsfeld. Ende.

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