"Wir haben keine Behinderungen gespürt"
Waffeninspektoren zufrieden mit ersten Kontrollen

Die von den irakischen Behörden gezeigte Zusammenarbeit sei ein gutes Zeichen, sagten die Inspektoren am Mittwoch in Bagdad.

Reuters BAGDAD. Auch Irak sprach von einem reibungslosen Verlauf. Die ersten Kontrollen galten einer militärischen Einrichtung sowie einer Industrieanlage bei Bagdad. Die USA haben Irak mit Krieg gedroht, falls das Land nicht abrüstet. Bundeskanzler Gerhard Schröder lehnte eine für diesen Fall angefragte militärische Unterstützung außerhalb Deutschlands ab und sagte den USA lediglich die Nutzung des Luftraums und ihrer Stützpunkte in Deutschland zu. Irak bestreitet, über Massenvernichtungswaffen zu verfügen.

"Wir haben nichts von Behinderungen gespürt. Wir sind in einer höflichen und professionellen Weise empfangen worden, und wir konnten unsere Arbeit tun", sagte der Chef des Inspektionsteams der Internationalen Atomenergie-Behörde, Jacques Baute. Auch der Leiter des UNMOVIC-Teams der Vereinten Nationen, Dimitri Perricos, zeigte sich zufrieden: "Was uns betrifft, war es uns möglich, das umzusetzen, was wir uns vorgenommen hatten". Über Ergebnisse ihrer Kontrollen sagten die Inspektoren nichts.

Am frühen Morgen waren die Uno-Inspektoren von ihrem provisorischen Hauptquartier im Hotel Canal am Stadtrand im Südosten von Bagdad in zwei Jeep-Konvois zu ihren Zielorten aufgebrochen. Eine Gruppe machte sich auf den Weg zu einem Militärkomplex rund 20 Kilometer östlich von Bagdad. Eine zweite Gruppe fuhr zu einer kleineren Industrieanlage 140 Kilometer nordöstlich der irakischen Hauptstadt. "Sie hatten Fragen und wir haben sie alle beantwortet, es gab keine Probleme", sagte ein Sprecher der El-Tahadi-Fabrik.

Die Inspektoren haben eine genaue Suche nach Waffen angekündigt, die Irak seit den Resolutionen nach dem Golf-Krieg von 1991 von der Uno verboten sind. Bei Verstößen droht Irak ein neuer Krieg. Durch eine verschärfte Uno-Resolution wurde die Position der Inspektoren deutlich gestärkt. So dürfen sie diesmal auch die Paläste des irakischen Präsidenten Saddam Hussein inspizieren. Beschwerden über irakische Behinderungen hatten 1998 zur Abreise der Inspektoren und kurz danach zu massiven amerikanisch-britischen Luftangriffen geführt.

Ihren ersten Bericht sollen die Inspektoren bis zum 27. Januar vorlegen. Die Experten verfügen über hochmoderne Instrumente, darunter Radargeräte, die auch tief im Boden versteckte Anlagen orten können. Außerdem werden ihre Kontrollen, bei denen sie auch auf Überraschungseffekte setzen, durch Luftaufnahmen unterstützt.

Schröder: Nur Flug- und Nutzungsrechte für USA

Uno-Generalsekretär Kofi Annan sprach von einem ermutigenden Auftakt. Im Sender France Europe 1 sagte er, wenn Irak die Inspektoren nicht behindere und von ihnen nichts Illegales entdeckt werde, stünden die Chancen für eine Aufhebung oder zumindest eine Suspendierung der Uno-Sanktionen gut. Unter den Folgen der Sanktionen leidet vor allem die Zivilbevölkerung. Zuvor hatte er schon betont, bei Wohlverhalten Iraks werde ein neuer Irak-Krieg wohl vermeidbar sein.

Die Bundesregierung will den USA bei einem Krieg die angefragte militärische Unterstützung außerhalb Deutschlands verweigern. Bundeskanzler Schröder sagte, die Anfrage der USA enthalte auch den Wunsch nach regionaler Raketenabwehr, ABC-Abwehrfähigkeiten, Militärpolizei und Hilfe beim Wiederaufbau Iraks nach einem Krieg. Die Bundesregierung wolle außer Überflugrechten, der Nutzung von Militärbasen und Transitrechten in Deutschland aber keine Unterstützung leisten. Die deutsch-amerikanischen Beziehungen sind wegen der kategorischen Absage der Bundesregierung an eine deutsche Beteligung an einem Irak-Krieg belastet.

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