"Wir haben nicht gekauft"
Droege will Pixelpark nicht kaufen

Die Düsseldorfer Unternehmensberatung Droege & Comp ist nach Angaben einer Sprecherin nicht mehr an einem Kauf des Internetdienstleisters Pixelpark von dessen Großaktionär Bertelsmann interessiert.

Reuters FRANKFURT. "Wir standen in Verhandlungen, haben aber nicht gekauft und werden auch nicht kaufen", sagte Droege-Sprecherin Andrea Behrens am Montag der Nachrichtenagentur Reuters. Woran die Gespräche gescheitert sind, konnte sie nicht sagen. Am Wochenende hatte die Anlegerzeitung "Euro am Sonntag" berichtet, der Gütersloher Medienkonzern Bertelsmann wolle das Unternehmen verkaufen und hatte als Käufer Droege & Comp genannt. Bertelsmann wollte sich zu dem Sachverhalt nicht äußern. In Branchenkreisen hieß am Montag jedoch, wenn die Konditionen stimmten, sei Bertelsmann durchaus an einer Veräußerung seiner rund 60 % an Pixelpark interessiert. Ein Käufer wäre in diesem Fall nach dem seit Anfang des Jahres geltenden Übernahmegesetzes grundsätzlich verpflichtet, den übrigen Aktionären ein Kaufangebot zu unterbreiten.

Die im Neuen Markt notierte Pixelpark-Aktie konnte am Montagmorgen zunächst deutlich an Wert gewinnen, rutschte aber nach den Äußerungen der Droege-Sprecherin deutlich ins Minus. Im Handelsverlauf erholte sich die Aktie jedoch wieder und notierte am späten Vormittag um mehr als 8 % höher bei 1,57 Euro.

Der seit Ende Juli amtierende neue Bertelsmann-Chef Gunter Thielen hatte erst am vergangenen Donnerstag in Frankfurt bekräftigt, dass sich der weltweit fünftgrößte Medienkonzern nun vor allem auf die Stärkung seiner Kernbereiche konzentriere. Das Internet betrachte er dabei vorwiegend als Vertriebskanal, aber nicht mehr als eigenes Geschäft. Deshalb werde Bertelsmann auch seine verbliebenen BOL-Internetgesellschaften in Deutschland, den Niederlanden und Schweden verkaufen.

Die Multimedia-Agentur Pixelpark war mit der allgemeinen Branchenkrise wirtschaftlich in Schwierigkeiten geraten. Nach jüngsten Unternehmensangaben brach der Konzernumsatz im abgelaufenen dritten Quartal um 30 % ein, konkrete Zahlen dazu sollen Ende November bekannt gegeben werden. Auch im vierten Quartal sei keine Besserung zu erwarten, weshalb der Personalbestand von zuletzt gut 550 Mitarbeitern weiter reduziert werden solle. Zudem geht das Unternehmen davon aus, das ursprüngliche Ziel, zumindest am Jahresende auf Quartalsbasis profitabel zu werden, nicht mehr erreichen zu können. Allein für das zweite Quartal hatte Pixelpark einen Nettoverlust von 11,8 Mill. Euro ausgewiesen, bei einer Gesamtleistung im Konzern von gerade noch zwölf (Vorjahr: 23,5) Mill. Euro.

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