"Wir haben verschiedene Pläne in der Schublade"
Infineon will weitere Sparmaßnahmen prüfen

Infineon-Vorstandschef Ulrich Schumacher hat die Einleitung weiterer Sparmaßnahmen vom Verlauf des Weihnachtsgeschäfts mit Mobiltelefonen abhängig gemacht.

Reuters FRANKFURT. Der Münchener Halbleiter-Konzern werde Mitte Januar wissen, ob etwa weitere Stellenkürzungen nötig seien, sagte Schumacher in einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Donnerstagausgabe). "Wir haben verschiedene Pläne in der Schublade, die wir sehr kurzfristig realisieren können." Eine Kürzung der Investitionen von Infineon komme allerdings nicht mehr in Frage.

Bis zum Jahresende soll Schumacher zufolge eine Entscheidung fallen, ob Infineon sein Speicherchip-Geschäft mit dem von Toshiba zusammenlegen werde. "Dann wissen wir zumindest, ob es klappt oder nicht", sagte Schumacher der Zeitung. Infineon bestehe darauf, angesichts des doppelt so hohen Marktanteils die Mehrheit an einem möglichen Gemeinschaftsunternehmen zu erhalten. Bedingung sei außerdem, dass die flüssigen Mittel von Infineon durch die Zusammenarbeit nicht beeinträchtigt würden, bekräftigte der Vorstandschef. Auf dem Markt für die so genannten DRAMs sieht Schumacher nur Platz für drei oder vier von derzeit acht Anbietern. Es genüge, wenn einer davon ausscheide, um die gegenwärtigen Überkapazitäten von fünf bis zehn Prozent abzubauen. Mit den Preisen lassen sich bei DRAms derzeit nur die variablen Produktionskosten knapp decken. Infineon und Toshiba erreichten zusammen Platz vier.

Infineon hatte den Abbau von 5000 Stellen angekündigt, 2400 davon bis Ende des Jahres. Für die Kommunikations-Chips, auf die sich Infineon spezialisieren will, sieht Schumacher Hoffnung im Handy-Geschäft. "Unsere Kunden bestellen wieder und glauben an das Geschäft.", sagte er. Der Bedarf der Hersteller habe kräftig angezogen. "Doch wie nachhaltig das ist, wird sich Mitte Januar zeigen", fügte Schumacher hinzu. Die Siemens-Tochter hatte im Geschäftsjahr 2000/01 (zum 30. September) einen Umsatzrückgang um 22 % auf 5,67 Mrd. Euro hinnehmen müssen und operativ 1,02 Mrd. Euro Verlust verbucht. Die Investitionen waren bereits vorher um 600 Mill. Euro auf 900 Mill. Euro gekürzt worden.

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