"Wir haben wohl schwere Tage vor uns."
Barak: Israel wird mit Mördern von Ramallah "abrechnen"

Der israelische Ministerpräsident Ehud Barak hat am Donnerstag angekündigt, Israel werde mit den Palästinensern, die an dem Lynchmord an mindestens zwei israelischen Soldaten in Ramallah beteiligt waren, "die Rechnung begleichen".

dpa TEL AVIV. Der israelische Ministerpräsident Ehud Barak hat am Donnerstag angekündigt, Israel werde mit den Palästinensern, die an dem Lynchmord an mindestens zwei israelischen Soldaten in Ramallah beteiligt waren, "die Rechnung begleichen".

Barak sagte vor Journalisten in Tel Aviv: "Die Verantwortung für die schlimme Tat liegt bei den Tätern und bei der palästinensischen Autonomiebehörde, die ihre Leute nicht im Griff hat." Daher habe er die israelische Armee angewiesen, punktuell Schläge gegen Ziele der palästinensischen Autonomiebehörde in Gaza und Ramallah zu führen. Barak sagte, möglicherweise seien bei dem Lynchmord in Ramallah drei israelische Soldaten getötet worden. Dies werde weiterhin überprüft.

Barak wiederholte, Palästinenserpräsident Jassir Arafat sei offenbar gegenwärtig "kein Friedenspartner". Die palästinensische Autonomiebehörde habe mehrere der ranghöchsten Mitglieder der radikalislamischen Bewegungen Hamas und Islamischer Dschihad auf freien Fuß gesetzt. Dies sei ein "schlimmer Schritt", der auf eine mögliche Unterstützung von Terroranschlägen gegen Israel hinweise. Der Regierungschef dementierte Berichte, nach denen Israel bei den Angriffen in Gaza versuchte, Arafat selbst zu treffen.

Nach Ansicht Baraks ist ein Ende der Gewalt nicht abzusehen. "Wir haben wohl schwere Tage vor uns", sagte Barak. Er forderte angesichts der massiven Zuspitzung der Nahost-Krise die Einrichtung einer "Regierung des nationalen Notstands" in Israel. Barak sagte, eine breite Koalition sei in Israel "gegenüber den Palästinensern und der arabischen Welt" notwendig. Er nannte den israelischen Oppositionsführer Ariel Scharon einen "wichtigen Partner" in einer "Großen Koalition". Scharon lehnt einen Eintritt in die Regierung bislang ab.

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