„Wir müssen jetzt auf die Zähne beißen“
Hitzfeld warnt Bayern-Profis

Der besten Vereinsmannschaft der Welt droht nach der dritten Bundesliga-Pleite eine "heiße" Adventszeit, doch Meister- Macher Ottmar Hitzfeld weist auch den kleinsten Hinweis auf ein mögliches Krisen-Syndrom vehement zurück.

dpa BERLIN. "Das Wort Krise muss ja jetzt kommen - wenn man Tage zuvor den Weltpokal gewinnt", meinte der Trainer des FC Bayern nach dem 1:2 bei Hertha BSC und drückte damit sein Unverständnis über aufkeimende Diskussionen nach dem dritten Bundesligaspiel ohne Sieg (zwei Niederlagen, ein Remis) in Folge aus.

"Entscheidend ist, dass man nicht nervös wird", verwies Hitzfeld auf die nötige Ruhe und Ordnung vor den noch in diesem Jahr anstehenden Partien in Meisterschaft, Champions League und DFB-Pokal. "Wir müssen jetzt nochmal auf die Zähne beißen", fordert der Chefcoach, denn im Dezember könnten durchaus schon Vorentscheidungen für 2002 fallen. Am Montag beim "Verlierer-Training" in München erhielten die Bayern-Stars bereits himmlische Unterstützung durch einen Weihnachtsmann - am Mittwoch folgt beim FC Nantes die nächste Champions-Prüfung. "Wir sind noch nicht einmal am Ende der ersten Hälfte einer langen Saison, da gibt es auch schwierige Momente. Deshalb bin ich jetzt wegen der Meisterschaft nicht super-unruhig", betonte Weltmeister Bixente Lizarazu.

Hitzfeld: Müssen das Feld von hinten aufrollen

Drei Wochen vor Heiligabend "krebsen" die Bayern jedoch nach der dritten Bundesliga-Pleite der Saison (Gladbach, Bremen, Berlin) auf einem Tabellenplatz herum, den es für den erfolgsverwöhnten Rekordmeister nur höchst selten gibt. "Wir sind jetzt wieder nur fünf Punkte vom angestrebten dritten Platz weg - und jetzt sind die Bayern Dritter", verwies Hertha-Manager Dieter Hoeneß auf die ungewöhnliche Konstellation. "Etwas Müdigkeit und Unkonzentriertheit", dazu "zu wenig Effizienz nach vorn" und "zu viele Fehler in der Defensive" (Hitzfeld) bescherten den Münchnern bei Hertha trotz 1:0-Führung durch den Ex-Herthaner Niko Kovac (46.) einen finsteren 1. Advent.

"Jetzt müssen wir das Feld von hinten aufrollen, wir geben uns noch lange nicht geschlagen", sagte Hitzfeld und verlangte schnelles Umschalten auf neue Aufgaben. Der erste Kurzeinsatz von Mehmet Scholl seit dem 11. August, der Wiedereinsatz von Stefan Effenberg in spätestens zehn Tagen und natürlich die Rückkehr des in Berlin fehlenden Oliver Kahn nähren bei den Bayern die Hoffnung auf einen versöhnlichen Jahresabschluss. "Ich hoffe, dass wir am Mittwoch reagieren, mit viel Lust Fußball spielen", betonte Willy Sagnol.

Hertha zehn Spiele ohne Niederlage

"Das ist natürlich ärgerlich, wir hätten bis auf einen Punkt an Leverkusen herankommen können", wusste nicht nur der überzeugende Kahn-Ersatz Stefan Wessels um die verpasste Chance in Berlin. Hertha dagegen schöpft aus dem sechsten Heimsieg in Folge neuen Mut. "Wir wollen bis Weihnachten nicht mehr verlieren", sagte Andreas Neuendorf, der mit seinem Tor (71.) die Wende einleitete, die Pal Dardai vollendete (84.). Die Serie vor dem UEFA-Cup-Rückspiel am Donnerstag gegen Servette Genf (Hinspiel 0:0) ist schon jetzt beeindruckend: Zehn Pflichtspiele hat die "alte Dame" nicht verloren.

"Über den Kampf haben wir richtig gut Fußball gespielt", unterstrich Hertha-Coach Jürgen Röber. Zwar kontrollierten die Bayern über weite Strecken das Spiel, doch mit Kampfkraft und Aggressivität trotzten die Gastgeber ihrer ebenfalls großen Belastung. Wer Meister werden wolle, müsse die "Big Points" machen, fasste Hitzfeld zusammen. In Bremen und Berlin ging das schief. "Da müssen wir uns gewaltig anstrengen", warnte der Bayern-Coach seine Profis.

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