"Wir müssen uns neue aufstellen"
IBM Deutschland will der Flaute trotzen

Die Deutschland-Tochter des amerikanischen Informationstechnik-Riesen IBM will sich auch 2003 vom negativen Trend in der IT-Branche absetzen. "Die Marktentwicklung ist sicher wichtig, sie soll aber den Gesamterfolg nicht beeinträchtigen", sagte der überraschend im Januar neu ernannte IBM-Deutschland-Chef Walter Raizner am Dienstag in Stuttgart.

Reuters STUTTGART. Ein schwaches Umfeld werde er nicht als Argument für schlechte Unternehmenszahlen gelten lassen. Sein Ziel sei es, die Bedeutung der zweitgrößten Tochter im Konzern aufrecht zu erhalten oder noch zu steigern. "Man ist bei IBM extrem darauf bedacht, dass Deutschland gute Zahlen abliefert", betonte er. Ziel für IBM Deutschland sei es, weiter zu wachsen und Marktanteile zu gewinnen.

Deutschland werde nach den Prognosen des Branchenverbandes Bitkom das einzige Land in Europa sein, in dem der IT-Markt auch im laufenden Jahr nicht wachsen werde, sagte Raizner. "Ich sehe auch 2003 eine schwierige Entwicklung." Der neue IBM-Chef wies Spekulationen zurück, schlechte Zahlen seien der Grund für die Ablösung seines populären Vorgängers Erwin Staudt gewesen. IBM habe sich auf dem deutschen Markt gut behauptet und Marktanteile gewonnen. Der in Aalen geborene Raizner war nach sieben Jahren in Großbritannien und den USA nach Deutschland zurückgekehrt.

Ein zweistelliges Marktwachstum wie im Internet-Boom sei in der IT-Branche in den nächsten Jahren nicht mehr zu erwarten, sagte der IBM-Deutschland-Chef. "Wir sind eine reifere Branche geworden." Von den Spannungen zwischen Deutschland und den USA sieht er das IBM-Geschäft unbeeinflusst. Persönlich bedauere er die Diskussion um den Irak-Krieg. "Jeder, ob Amerikaner, Russe oder Deutscher, will keinen Krieg", betonte er. Das Thema sei aber im Wahlkampf als ein "politisches Schauspiel" missbraucht worden, übte er indirekt Kritik an der Bundesregierung.

Als seine wichtigste Aufgabe sieht es Raizner an, die neue, auf Dienstleistungen und Outsourcing ausgerichtete IBM-Strategie in Deutschland umzusetzen. "Wir müssen uns anders aufstellen", verlangte er. IBM sei intern auf Produktgruppen ausgerichtet, während die Kunden Angebote "aus einer Hand" verlangten. Als neue Zielgruppe habe IBM den Mittelstand erkannt.

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