"Wir sind mehr als bereit"
Erstes UMTS-Netz soll heute starten

Der japanische Mobilfunkanbieter NTT Docomo Inc. will am heute als weltweit erster Anbieter den neuen Mobilfunkstandard UMTS auf den Markt bringen. "Wir sind mehr als bereit", sagte Docomo-Präsident Keiji Tachikawa in Tokio.

Reuters TOKIO. Nach einem Bericht der Zeitung "Nihon Keizai Shimbun" vom Samstag wird die Benutzung des UMTS-Netzes zunächst im Großraum Tokio möglich sein. Bis zum Jahresende solle das Netz auf die Städte Nagoya und Osaka ausgeweitet werden. Ein landesweiter Zugang sei innerhalb von drei Jahren geplant. Die UMTS-Kunden würden Informationen um sechs- bis 40-mal schneller als aus dem traditionellen Netz erhalten.

Insgesamt sollen nach früheren Angaben zunächst drei verschiedene auf der neuen Technologie basierende Handy-Modelle auf den japanischen Markt kommen. Ein Handy-Modell wird dabei mit einem Internetzugang nach "i-mode"-Standard ausgestattet sein, ein Modell wird außerdem über eine ausklappbare Kamera verfügen, und der dritte Typ wird einen Anschluss für Datenkarten haben. Die einzelnen Mobiltelefone sollen zwischen 30 000 und 60 000 Yen (zwischen 532 und 1 067 DM) kosten.

NTT Docomo wolle bis zum Sommer 2002 ein Diskontsystem für die Benutzer der zweiten und dritten (UMTS) Mobilfunk-Generation ausarbeiten, berichtete "Nihon Keizai Shimbun" in der Samstagausgabe weiter. Die Benutzung des UMTS-Netzes würde den Kunden pro Monat voraussichtlich zwischen 2 200 und 15 000 Yen (zwischen 40 und 270 DM) kosten.

Die Konkurrenz schaut gespannt zu

Ursprünglich wollte das Unternehmen sein UMTS-Netz bereits Ende Mai dieses Jahres starten. Unter anderem auf Grund unzureichender Stabilität der Mobilfunknetze sowie Problemen bei der Gesprächsvermittlung waren diese Pläne jedoch auf Oktober verschoben worden. Die Weltpremiere sowie die weitere Entwicklung der neuen Mobilfunkgeneration wird Experten zufolge insbesondere von den europäischen Konkurrenzanbietern beobachtet werden, die für den Erwerb von UMTS-Lizenzen bislang insgesamt mehr als 100 Mrd. $ (rund 213 Mrd. DM) ausgegeben haben.

UMTS erlaubt eine multimediale Nutzung von Mobiltelefonen und wird in Europa voraussichtlich erst im Jahr 2003 starten. Nach Einschätzung von Experten müssen in Europa noch zwischen 50 und 100 Mrd. Euro in die Technik von UMTS investiert werden.

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