"Wir sind sehr zufrieden": Phenomedia plant Punktlandung

"Wir sind sehr zufrieden"
Phenomedia plant Punktlandung

Der Computerspiele- Spezialist und "Moorhuhn"-Erfinder Phenomedia hat nach Angaben von Vorstandschef Markus Scheer bislang der Konjunkturschwäche getrotzt und das Jahr 2001 planmäßig abgeschlossen.

Reuters DÜSSELDORF. "Wir sind sehr zufrieden, wir haben nahezu eine Punktlandung gemacht", sagte Scheer am Montag der Nachrichtenagentur Reuters mit Blick auf die Ende März anstehende Veröffentlichung der Geschäftszahlen. Auch für 2002 werde wieder ein Umsatz- und Ergebnisplus von zehn bis 20 % angepeilt. Im Fokus stünden in diesem Jahr der Ausbau des internationalen Geschäftes sowie der Handyspiele. Darüber hinaus werde Phenomedia in Kürze weitere neun Prozent an der Feedback AG übernehmen und dann etwa 95 % an dem Multimedia-Unternehmen halten.

Die durch das Computerspiel "Moorhuhnjagd" populär gewordene Phenomedia hatte für 2001 einen Umsatz von 18,7 (16,3) Mill. Euro und ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 6,9 (6,2) Mill. Euro in Aussicht gestellt. Trotz des Wachstums plädiert Scheer nicht für eine Dividendenausschüttung. "Um weiteres Wachtsum zu finanzieren, sollte das Geld im Unternehmen bleiben", sagte er. Doch sei darüber noch nicht das letzte Wort gesprochen. Die endgültigen Zahlen für 2001 sowie die Firmenplanung für 2002 sollen am 28. März veröffentlicht werden. Scheer kündigte für 2002 den Ausbau des internationalen Geschäftes an. "Zunächst werden Teams in Frankreich aufgebaut und dann in England". Derzeit ist Phenomedia mit einer eigenen Niederlassung in der Schweiz vertreten sowie mit einer kleinen Einheit in San Francisco. In Frankreich, Spanien, Skandinavien und Südamerika arbeitet die Gesellschaft mit Vertriebspartnern.

Große Hoffnungen setzt Scheer auf das Geschäft mit Handyspielen. Die in diesem Bereich bereits im Oktober angekündigte Partnerschaft stehe kurz bevor, sagte er. Einen Namen nannte er nicht. Im Dezember hatte Phenomedia eine Zusammenarbeit mit dem Mobilfunk-Anbieter Quam im Bereich gebührenpflichtiger, interaktiver Inhalte vereinbart.

Seit Monaten entwickeln viele Unternehmen neue Technologien, mit denen Unterhaltungsangebote auf Mobiltelefone gebracht werden sollen. Der Düsseldorfer Konzern E-Plus will beispielsweise auf der Basis der japanischen Technologie "i-mode" seinen rund acht Mill. Kunden Inhalte in den Segmenten Finanzen, Nachrichten und Unterhaltung anbieten. Nach Angaben eines Sprechers von E-Plus wolle man vor der Cebit das hierfür mit neuer Technologie ausgestattete Handy und die Lieferanten der Inhalte präsentieren.

Die durch die Konjunkturflaute gebeutelte Branche sieht im Geschäft mit Handyspielen neue Einnahmequellen. Branchenexperten zufolge könnte bis 2006 weltweit ein Markt von elf Mrd. $ für Handyspiele entstehen.

Scheer kündigte weiter an, Phenomedia werde in den kommenden Tagen seine Option auf weitere knapp neun Prozent der Feedback AG ausüben und seinen Anteil damit auf 95 % aufstocken. "Die restlichen Anteile werden möglicherweise über eine Zwangsabfindung erworben", ergänzte er. Phenomedia hatte im vergangenen Jahr Feedback überraschend mehrheitlich übernommen und sich so seine auf den Massenmarkt zielenden Möglichkeiten der mobilen Unterhaltung über Handys und andere Endgeräte erweitert. Feedback wechselte Mitte Dezember nach der Übernahme durch die Bochumer Gesellschaft vom Neuen Markt an den Geregelten Markt.

Die am Neuen Markt notierte Phenomdia ist mit einem derzeitigen Kurs von etwa elf Euro weit entfernt von seinen Spitzenwerten. Im Boomjahr 2000 notierte das Papier bei 55 Euro, vor einem Jahr bei 25 Euro.

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