„Wir stehen zu dieser Entscheidung“
Hoch gepokert und verloren

Der Deutsche Schwimm-Verband (DSV) hat bei der WM in Barcelona hoch gepokert - und verloren. Einen Tag nach der umjubelten Bronze-Medaille für die Männer über 4x200 m Freistil schwamm das Frauen-Quartett im Taktik-Spiel am Finale vorbei. Die schon mit Gold dekorierten Hannah Stockbauer und Antje Buschschulte sollten für das Finale am (heutigen) Donnerstag geschont werden, der Ersatz verpasste als Vorlauf-Neunter den Endlauf.

(Zusammenfassung 1245) : Deutsche Frauen-Staffel verpasst Finale Von Richard Janssen und Dietmar Fuchs, dpa =

dpa BARCELONA. "Das tut im Moment natürlich weh, aber da müssen wir durch. Das werden wir überwinden", sagte Cheftrainer Ralf Beckmann nach dem Debakel. Bei allen Weltmeisterschaften hatte es bislang immer deutsche Medaillen über vier x 200 m Freistil gegeben, drei Mal den Titel, zuletzt in Fukuoka 2001 Silber.

"So war das bestimmt nicht gedacht", sagte Alessa Ries, die auch im Finale hätte antreten sollen: "Wir hätten bestimmt eine Medaillenchance gehabt." 20/100 fehlten Alessa Ries, Silke Nowotzin, Daniela Götz und Nicole Hetzer am Ende zum Endlauf.

"Wir stehen zu dieser Entscheidung", so Beckmann, "es gibt keinen Grund, jemandem einen Vorwurf zu machen, am allerwenigsten den Schwimmerinnen. Wir schauen jetzt mit der Staffel nach Athen." Bundestrainer Manfred Thiesmann: "Wir können nicht sagen, dass wir eine Medaille verschenkt haben. Den Mädchen darf man die Chance auf eine Einzelmedaille nicht nehmen." Hannah Stockbauer, die an diesem Freitag über 800 m Freistil Kurs auf ihren dritten Titel nimmt, bestätigte: "Wir haben das schon zwei Mal anders gemacht und zwei Mal Schiffbruch erlitten."

Deutschlands Power-Frauen hatten am Donnerstag insgesamt mit Problemen zu kämpfen. Nur mit viel Glück erreichten Antje Buschschulte und Petra Dallmann das Halbfinale über 100 m Freistil. "Ich muss nach der Goldmedaille erst wieder in den Wettkampf zurückfinden", sagte die Magdeburgerin Antje Buschschulte nach schwachen 55,95 Sekunden und Platz elf im Vorkampf. Am Dienstag hatte sie souverän den Titel über 100 m Rücken gewonnen. "Mentale Probleme", beklagte die Heidelbergerin Petra Dallmann: "Mir fehlt das Selbstvertrauen nach drei verpatzten Starts, die ich hier hinter mir habe."

Anne Poleska (Krefeld) als Vorlauf-Dritte und Sarah Poewe (Wuppertal) mit der siebtbesten Zeit schwammen über 200 m Brust ins Halbfinale. Als 12. und 16. zogen der deutsche Meister Steffen Driesen (Wuppertal) und der erst 18 Jahre alte Wiesbadener Helge Meeuw in die zweite Runde über 200 m Rücken ein. Der Essener Christian Keller erreichte als Fünfter das Semifinale über 200 m Lagen. Jens Kruppa (Riesa) hatte als 30. nicht die Spur einer Chance.

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