"Wir werden etwas unternehmen"
Fluggäste wollten Entführer überwältigen

Thomas Burnett Jr. rief seine Frau vier Mal aus dem entführten Flugzeug an. Beim letzten Anruf sagte er ihr, dass er und die anderen Passagiere an Bord etwas unternehmen würden. Wenige Minuten später stürzte die United-Airlines-Maschine auf ein Feld im Südwesten Pennsylvanias.

ap SAN RAMON. Offenbar hatten die Passagiere vor dem Absturz noch versucht, die Luftpiraten zu überwältigen und so verhindert, dass das Flugzeug auf das Weiße Haus stürzte, wie die US-Behörden vermuten. Burnett hat sich nicht mehr von seiner Frau verabschiedet.

Deena Burnett erzählte ihrem Mann von den Angriffen auf das World Trade Center. Sie glaubt, dass ihr Mann und die anderen Passagiere daraufhin beschlossen hätten, die Entführer zu überwältigen. "Wir werden wahrscheinlich nie wissen, was genau passiert ist, und wer ihm geholfen hat. Aber ich bin sicher, dass sie eine Menge Menschenleben gerettet haben. Ich bin stolz auf ihn."

Einer anderer Passagier, Jeremy Glick, rief ebenfalls seine Frau an. Nach Angaben eines Verwandten stellte die Frau den Anruf an eine Notrufstelle durch. Dort wurde Glick über die Terrorangriffe auf das World Trade Center informiert. "Jeremy und die Leute um ihn herum haben von den Flügen ins World Trade Center erfahren und beschlossen, wenigstens zu kämpfen, wenn sie schon sterben müssten", erklärte der Verwandte. "Irgendwann hat Jeremy den Hörer hingelegt und hat getan, was er konnte" - gemeinsam mit anderen Passagieren.

"Jemand hat eine heldenhafte Leistung vollbracht und das Flugzeug von bewohntem Gebiet fern gehalten", sagte Senator John Murtha aus Pennsylvania. "Ich gehe davon aus, dass es einen Kampf gab und dass ein heroischer Mensch sich gesagt hat: 'Ich werde eh sterben, dann kann ich das Flugzeug auch hier runterbringen.'"

Ermittler suchen weiter in den Trümmern der Boeing 757 nach dem Stimmen-Rekorder, der Aufschluss darüber geben kann, warum das Flugzeug abgestürzt ist. Das Flugzeug war gegen acht Uhr am Flughafen Newark in New Jersey gestartet. Bei Cleveland drehte es abrupt nach Osten. Die Maschine verlor an Höhe und flog im Schlingerkurs in Richtung der Hauptstadt Washington. Der Fernsehsender CNN berichtete vom teilweisen Mitschnitt eines Gespräches im Cockpit durch die Flugsicherung in Cleveland. Darauf wurden die Worte "Raus hier" gerufen. Man höre Geräusche eines Handgemenges und erneut die Worte "Raus hier". Dann sage eine Stimme "Wir haben eine Bombe an Bord. Hier spricht ihr Kapitän. Bleiben sie auf ihren Plätzen. Wir haben eine Bombe an Bord. Bleiben sie ruhig. Wir erfüllen die Forderungen. Wir kehren zum Flughafen zurück." Laut CNN soll der Mann in gebrochenem Englisch gesprochen haben.

Vier Telefonate von Bord der Unglücksmaschine zur Ehefrau

Deena Burnett sah gerade fassungslos im Fernsehen die Bilder von den Flugzeugen, die in die beiden Türme des World Trade Centers gerast waren, als ihr Mann das erste Mal anrief. "Ich fragte ihn, ob alles in Ordnung sei. Er sagte 'Nein', da wusste ich, dass er mittendrin war." Er habe ihr von der Entführung berichtet, davon, dass ein Mann niedergestochen worden sei und dass die Entführer sagten, sie hätten eine Bombe. Dann beauftragte er sie, die Behörden zu verständigen.

Sie verständigte die Polizei, die sie direkt zum FBI durchstellte. Beim nächsten Anruf habe sie ihm vom World Trade Center berichtet und er habe alles wissen wollen. «Beim letzten Anruf bat ich ihn, sich hinzusetzten und keine Aufmerksamkeit zu erregen. Er hat 'Nein' gesagt."

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