Wirbel um Zeitungsbericht
K-Frage: Stoiber soll in den Startlöchern stehen

CDU-Generalsekretär Laurenz Meyer hat einen Zeitungsbericht weder dementiert noch bestätigt, wonach CSU-Chef Edmund Stoiber im Falle von Neuwahlen als Kanzlerkandidat der Union aufgestellt wird. Dazu wolle er sich nicht äußern, sagte Meyer am Donnerstag im Berliner Inforadio.

Reuters BERLIN. Die Union sei auf Neuwahlen vorbereitet und werde schnell einen chancenreichen Kandidaten benennen. Die "Bild"-Zeitung hatte unter Berufung auf Führungskreise der Union berichtet, bei kurzfristigen Neuwahlen wolle CDU-Chefin Angela Merkel den bayerischen Ministerpräsidenten Stoiber noch vor dem CDU-Parteitag Anfang Dezember zur Kanzlerkandidatur auffordern. Merkel selbst, die auch als Anwärterin gilt, solle zusätzlich zum Partei- auch den Fraktionsvorsitz übernehmen.

Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hat die Entscheidung über die Bereitstellung von bis zu 3900 Bundeswehr-Soldaten für den Afghanistan-Krieg am Freitag im Bundestag mit der Vertrauensfrage verknüpft. Dennoch kann er sich bislang einer Koalitionsmehrheit nicht sicher sein. Am Mittwoch hatten vier Grünen-Abgeordnete und eine Abgeordnete der SPD ihr Nein zu dem Einsatz bekräftigt. Stimmen am Freitag acht Abgeordnete der Koalition gegen den Einsatz, steht das Bündnis vor dem Aus. SPD-Fraktionschef Peter Struck stellte für diesen Fall Neuwahlen in Aussicht.

Der Chef der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Michael Glos, rechnet nach eigenen Worten mit einem Erfolg Schröders bei der Vertrauensabstimmung. Falls es dennoch zu Neuwahlen kommen sollte, werde die Union die Kandidatenfrage "blitzschnell" klären, sagte Glos im Deutschlandfunk. Merkel und Stoiber könnten dann rasch eine Entscheidung treffen. Stoiber werden derzeit in Umfragen deutlich bessere Chancen als Merkel eingeräumt. In jüngster Zeit war auch Ex-CDU-Chef Wolfgang Schäuble ins Gespräch gebracht worden.

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