„Wird nicht mehr oft für Podestplatz reichen“
Hackl siegt und bremst

Dem Paukenschlag folgten wieder einmal moderate Töne. Nach seinem unerwarteten Sieg beim Weltcup-Auftakt auf der Olympia-Bahn von Park City hat der dreimalige Rodel-Olympiasieger Georg Hackl vor allzu großen Erwartungen gewarnt.

dpa/HB PARK CITY/LEIPZIG. "Das war sehr überraschend. Es wird nicht mehr oft für einen Podestplatz reichen", gab sich der 36-jährige Berchtesgadener bescheiden, nachdem er den Österreicher Markus Kleinheinz mit dem hauchdünnen Vorsprung von 6/1000 Sekunden auf den zweiten Rang verwiesen hatte.

Noch während des Bremsens ballte der Bayer in der Eisrinne die Siegerfaust. Über sein Gesicht huschte ein verschmitztes Grinsen, nachdem er die Führung übernommen hatte. "Das Ergebnis spiegelt aber nicht wirklich den aktuellen Leistungsstand wider", meinte Hackl. Dennoch: Trotz Regeländerung - keine Dämpfung mehr zwischen Kufe und Schiene erlaubt - war Hackl, der den ersten Lauf als Vierter beendete, nach zwei Durchgängen der Schnellste. "Das neue Reglement wird sich auf anderen Bahnen bemerkbar machen", prophezeite Hackl.

Nachdem bereits die Frauen ihren Dreifach-Triumph von den Olympischen Winterspielen vor neun Monaten an gleicher Stelle wiederholt hatten und die Doppelsitzer-Olympiasieger Patric Leitner/Alexander Resch (Königssee/Berchtesgaden) auf den zweiten Platz gefahren waren, rundeten Hackl & Co den ersten Weltcup- Auftritt ab. Der 20-jährige David Möller (Oberhof) kam dank einer starken Leistung im zweiten Durchgang auf den 5. Rang vor dem Grippe geschwächten Denis Geppert (Oberwiesenthal). "Ich muss froh sein, mich immer im eigenen Team durchzusetzen. Ich bin kein Tiefstapler, sondern Realist", verwies Hackl daher auf die nationale Konkurrenz.

Nur Routinier Karsten Albert hatte einen schwarzen Tag erwischt. Der 34-jährige Olympia-Sechste wurde diesmal nur 15. "Er hat Dresche von der Konkurrenz gekriegt, weil er das falsche Material ausgewählt hatte. Ich hab ihn nach dem Rennen beiseite genommen und getröstet. Karsten hat mir richtig Leid getan", meinte Schwab.

Dass Hackl indes die vermeintliche Olympia-Revanche gegen den italienischen Goldmedaillengewinner Armin Zöggeler gelang, führte der Bayer vor allem auf die äußeren Bedingungen zurück. "Wer die Abstände sieht, erkennt: Schneit es eine Flocke mehr, bist Du raus." Der stärker werdende Schneefall begrub allerdings nur die Hoffnungen von Olympiasieger Zöggeler, der nach dem ersten Durchgang noch geführt hatte. "Der Schorsch hat gezeigt, dass er auch bei Schnee schnell fahren kann", freute sich Schwab.

Hackl profitierte bei seinem Erfolg vor Kleinheinz und dem Russen Albert Demtschenko auch von den Erfahrungen im Februar, als er das zweite Mal nach 1988 in Calgary olympisches Silber holte. "Ich hatte noch meine speziell geschliffenen Olympia-Kufen."

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