Wireless Java rüstet das Handy auf
M-Portal – Persönlicher Assistent auf dem Handy

PC- Funktionalitäten in einem Handy? Ein vollwärtiger Client, der einem Verarbeitungskapazitäten, Speichermöglichkeiten und Datenübertragung ermöglicht? Mobile Datendienste, die jederzeit, performant und kostenoptimiert zur Verfügung stehen? Die Java-Handys treten zum Siegeszug auf dem europäischen Markt an.

Führende Hersteller von mobilen Endgeräten, wie u.a. Motorola, Nokia und Siemens, haben sich gemeinsam mit Sun Microsystems darauf verständigt, Wireless Java Applikationen in Form von J2ME zu unterstützen. Nokia hat für das Jahr 2002 einige Millionen Java-fähige Handys angekündigt. Heute in Europa verfügbare J2ME-fähige Endgeräte sind beispielsweise der PalmPilot und das neue Siemens SL45i. Der Charme der Lösung liegt darin, dass der Java-Sprachumfang einen weltweiten Standard darstellt. Er ist auf Servern, PCs, PDAs, wie dem PalmPilot, nun auch auf Handys Plattform übergreifend verfügbar und erreicht damit angestrebte Visionen im Mobile Business. Für Unternehmen, Portalanbieter, Beratungen und Systemhäuser entstehen neue Betäti-gungsfelder. Geschäftlichen sowie privaten Anwendern werden nützliche "Corporate and Personal Services" geboten.

Wireless Java als neu verfügbare Technologie bietet interessante Möglichkeiten, Mobilität von Diensten für Beruf und den persönlichen Alltag in attraktiver Form zu gestalten und neu zu de-finieren. Durch die Kombination von einem Handy als Plattform und einer lokalen Applikation eröff-nen sich neue Wege der durch WAP eingetretenen Ernüchterung im Mobile Business entgegenzuwirken. Der entscheidende Vorteil des Handys liegt in seiner starken Verbreitung von etwa 60 % und in der fast durchgängigen Verfügbarkeit während eines Tages. Sein kleineres Display und die beschränkte Tastatur werden durch diesen Aspekt überkompensiert, da das Handy das einzige elektronische Endgerät darstellt, das ständig mitgeführt werden kann.

Zahlreiche nützliche mobile Anwendungen und Mehrwertdienste des alltäglichen persönlichen sowie beruflichen Bedarfs sind denkbar, ohne ständig eine Datenverbindung aufrechterhalten zu müssen. Somit wird selbst ohne GPRS bereits ein entscheidender Vorteil erzielt. Eine zusätzliche Unterstützung durch GPRS würde aber noch förderlicher wirken. Bei Optimierung der Datenübertragung durch GPRS besteht der Vorteil, dass Daten nur einmal kostenpflichtig übertragen werden müssen. Eine lokale Applikation kann sie jederzeit beliebig offline weiter verarbeiten. Interessant ist, dass für GPRS zusätzliche Hardware-Komponenten und somit neue Handys benötigt würden. Hingegen genügt zur Aufrüstung auf ein Java-Handy ein Firmware Update, in dem die JVM (Java Virtual Machine) gemäß J2ME-Standard (Java 2 Micro Edition) aufgespielt wird.


Weitere Anwendungsbeispiele

Mobile Dienste müssen nützlich, einfach zu bedienen und über ein jederzeit verfügbares Endgerät zugängig sein. Zahlreiche Ansätze belegen, dass für Mitarbeiter eines Unternehmens und Privatpersonen attraktive mobile Dienste bereitstehen könnten. Der Zugriff auf einen statischen Informationspool und die fortlaufende Verwaltung von sich ändernden Einträgen ist durch lokale Java-Anwendungen leicht zu erreichen. Werden zwischenzeitlich aktuelle Informationen benötigt, so bietet sich die Möglichkeit des kurzzeitigen Verbindungsaufbaus. Erstmals werden mobile Anwendungen nutzerfreundlich realisierbar. Einsatzfälle im beruflichen Sektor sind zum Beispiel Projekt-/Arbeitszeitenerfassung, Reisezeiten-/-kostenverwaltung, Reisecheckliste, Corporate Directory Suchfunktionen, Wörterbuchfunktionalitäten, mOffice, mCRM und Urlaubskontoführung. Persönliche mobile Dienste sind beispielhaft Ausgabenmanager, Einkaufslistenverwaltung, Rezeptlistenadministration, Fahrtenbuch, Depotmanager, SMS-Send-Manager, eMail-Client, Erfassung seiner sportlichen Leistungen und Routenplaner.

Man stelle sich den mobilen Mitarbeiter eines Unternehmens vor, der seinen eigenen Administrationsaufwand über eine mobile B2E-Anwendung erleichtert. Wenn beispielsweise ein Projektmitarbeiter oder Aussendienstler zum Einsatzort oder Kunden aufbricht, so kann er zwecks Reisezeiten-/-kosten-abrechnung den km-Stand die Startzeit sowie Reisegrund erfassen. Vor der Rückreise wird er wahrscheinlich noch Belege über Parkgebühren registrieren wollen. Zurückgekehrt kann er die Reise durch automatisches Abrufen von Datum und Zeit und dem Eingeben des km-Standes abschließend administrieren. Dasselbe Prinzip gilt alternativ auch für Kosten von öffentlichen Verkehrsmitteln. Der asynchrone Prozess wurde auf einem Handy angestoßen und abgewickelt. Obwohl es sich um eine mobile Anwendung handelt, sind noch keine Verbindungskosten angefallen und die Nutzer-interaktion verlief zügig. Erst jetzt, da nur noch die Originalbelege eigenhändig oder von einer Team-assis-tentin/en zu der elektronischen Abrechnung beigefügt werden müssen, erfolgt eine Verbin-dungsaufnahme. Über eine PC-Anbindung im Büro oder über eine HTTP-Verbindung von unterwegs werden die Daten an eine Anwendung über-geben und können abschliesßend weiterver-arbeitet werden.



Schreiben Sie dem Autor: Hans-Peter.Neeb@ffm2.siemens.de

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%