Wireless LAN vernetzt das Heim
Multimedia kommt per Funk ins Wohnzimmer

Drahtlose Kommunikationstechnik hat auch das Fernsehen und die Stereoanlage im Wohnzimmer erreicht. Auf der Internationalen Funkausstellung (Ifa) in Berlin waren erste Ansätze zu sehen, dass die als "Wireless LAN" oder "WLAN" bekannte Funktechnik nicht nur Personalcomputer und Notebook miteinander verbinden kann, sondern auch Geräte der Unterhaltungselektronik.

HB/ruk BERLIN. Der niederländische Elektronikkonzern Philips präsentierte unter dem Motto "connected planet" (vernetzter Planet) gleich zwei Systeme der Unterhaltungselektronik, die bereits ein Empfänger/Senderteil für Funkkommunikation nach WLAN- Technik integriert haben: eine kompakte Mini-Stereoanlage sowie ein großes HiFi-Heimsystem für Audio- und Videoempfang. Beide gehören zur Modellfamilie "Streamium" und sollen in den nächsten Monaten im Handel erhältlich sein. Philips nannte in Berlin noch keine Preise. Diese dürften jedoch nicht wesentlich höher als vergleichbare Geräte ohne Funkmodul sein.

Erste Marktzahlen lassen auf eine vielversprechende Entwicklung hoffen: Die US-Marktforscher von Pyramid Research rechnen damit, dass in den nächsten fünf Jahren mehr als 700 Millionen Menschen die neue Funktechnik nutzen werden. Wer seine bestehenden, teils hochwertigen Anlagen drahtlos in sein Unterhaltungskonzept einbinden will, dem bietet Philips unter dem "Streamium-Dach" zwei Kommunikationsadapter. In diesen, wie ein DVD-Player oder PC aussehenden Gehäusen, stecken sowohl die von Audio/Videogeräten bekannten Anschlüsse als auch die nötige Funktechnik. Die Verbindung der Geräte untereinander, zu einem PC oder Notebook sowie zum Internet stellt ein so genannter "Access Point" (Zugangspunkt) her.

Die großen Konzerne der Unterhaltungselektronik wollen mit diesem technischen Schritt dreifachen Nutzen bieten, erläutert Sharad Gandhi von Halbleiter-Primus Intel den Trend. PC und Unterhaltungselektronik lassen sich drahtlos verbinden, der Kabelsalat hinter TV-Gerät und Stereoanlage enfällt und die Geräte sollen sich zudem automatisch einstellen können.

Intel zeigte in Berlin den Prototyp eines "Digitalen Media Adapters" für den Einsatz WLAN in der Unterhaltungselektronik. Der Chip- Primus will allerdings die Geräte nicht selbst fertigen und vermarkten.

Dem führenden PC-Duo Intel und Microsoft ist viel daran gelegen, dass künftig PC-Technik Multimedia ins Wohnzimmer bringt und Notebooks zu Digital-Fernsehgeräten für unterwegs macht. Über drahtlose Netze können auf dem Rechner gespeicherte Filme, Fotos, Fernsehprogramme und Musikstücke ins Wohnzimmer übertragen werden. Die Bedienung erfolgt über eine simple Fernbedienung.

Microsoft hat sein Betriebssystem Windows XP für diese Aufgaben optimiert. Intel will dabei seine Pentium 4 Prozessoren mit Hyper- Threading-Technologie ins Spiel bringen. Diese ermöglicht es dem Computer so zu arbeiten, als wäre er mit zwei Prozessoren ausgestattet. Für den Home Multimedia Server bedeutet Hyper-Threading, dass er beispielsweise gleichzeitig einen Videofilm auf dem TV-Gerät im Wohnzimmer abspielen, ein laufendes TV-Programm aufzeichnen und Musik aus dem Internet herunter laden kann, ohne dabei ins Stottern zu geraten. Ebenso könnte ein Familienmitglied an dem PC arbeiten oder spielen, während ein anderes gleichzeitig am Fernseher die digitalen Fotos vom Wochenend-Ausflug betrachtet oder über die Stereoanlage MP3-Musik anhört.

Doch nicht nur zuhause, auch unterwegs soll der Verbraucher in Zukunft die Verschmelzung von Computer und Unterhaltung genießen. Das ZDF und Partner wie Intel präsentierten auf der Ifa die erste PC-Steckkarte, mit der Notebooks zu Empfängern für das neue digitale Antennen-Fernsehen (DVB-T) werden.

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