Wirkstoff Omeprazol
Merck-Tochter gewinnt Patentstreit

Der Darmstädter Pharmahersteller Merck KGaA hat in Großbritannien einen Patentstreit mit Astra-Zeneca um den Wirkstoff Omeprazol des umsatzstarken Magenmittels Prilosec gewonnen.

Reuters DARMSTADT. Ein britisches Berufungsgericht habe ein im März ergangenes Urteil bestätigt und die Klage von Astra-Zeneca abgewiesen, teilte Merck am Dienstag in Darmstadt mit. Damit seien zwei der vom zweitgrößten europäischen Pharmakonzern gehaltenen so genannten Formulierungspatente für den Wirkstoff im britischen Markt nun ungültig. "Die rechtlichen Hürden in Großbritannien für generisches Omeprazol sind nun vollständig genommen", sagte ein Merck-Sprecher. Die Merck-Tochter Generics UK hatte generisches Omeprazol schon im Frühjahr 2002 auf den britischen Markt gebracht

In den USA wird noch gestritten

Das Urteil des britischen Gerichts steht im Widerspruch zu einem Entscheid in den USA. Dort hatte eine Richterin vor wenigen Tagen die beiden Astra-Zeneca-Formulierungspatente für den Wirkstoff weiterhin für gültig befunden und erklärt, diese würden durch generische Versionen des Magenmittels auch von der kanadischen Merck-Tochter Genpharm verletzt. Damit ist Nachahmerpräparaten von Genpharm in den USA der Marktzugang vorerst verwehrt. Merck erwartet hierzu das offizielle Urteil in den nächsten Tagen. Ein Merck-Sprecher hatte dazu am Montag gesagt, dass der Gang in die Berufung wahrscheinlich sei .

Während die Rechtslage in den USA für Merck daher noch ungeklärt ist, hat die Gesundheitsbehörde FDA allerdings schon einmal Genpharm für generisches Omeprazol die provisorische Marktzulassung erteilt. Die für die Genehmigung dann noch erforderliche endgültige Zulassung sieht Merck nur noch als kleinen Schritt an. Die FDA hatte bereits vergangenes Jahr zwei der im US-Patentstreit mit Astra-Zeneca bislang unterlegenen Pharmafirmen, darunter auch Genpharm, ein exklusives Vermarktungsrecht für 180 Tage eingeräumt. In den USA ist solch eine Vorgehensweise üblich, um die rasche Vermarktung von günstigen Medikamenten zu ermöglichen.

Zu den Umsatzerwartungen, die Merck für Omeprazol nun in Großbritannien hat, hielt sich der Sprecher bedeckt. "Ein großer Teil des Erfolgs des Merck-Generika-Geschäfts im zweiten Quartal ist auf generisches Omeprazol in Großbritannien zurückzuführen", sagte er lediglich. Im zweiten Quartal hatten die Darmstädter mit Generika 295 Millionen Euro umgesetzt. Das waren 30 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Das Magenmittel Prilosec mit dem Wirkstoff Omeprazol war in den vergangenen Jahren der stärkste Umsatzbringer für Astra-Zeneca. Entsprechend hart wird vor Gericht um die Patente gerungen. Astra-Zeneca hatte mit dem Magenmittel 2001 allein in den USA einen Umsatz von rund 3,7 Milliarden Dollar erwirtschaftet. Weltweit waren es sechs Milliarden Dollar. Die Merck-Aktie lag in einem schwachen Gesamtmarkt am Dienstagnachmittag rund 2,7 Prozent im Minus bei 21,20 Euro.

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