Archiv
Wirkung der Gesundheitsreform auf Arzneiausgaben umstritten

Die Auswirkungen der Gesundheitsreform auf die Arzneiausgaben der gesetzlichen Krankenkassen sind umstritten. Nach einer Umfrage des ZDF-Magazins „Wiso“ wird rund ein Viertel der 201 bundesweit tätigen Krankenkassen demnächst die Beiträge senken.

dpa BERLIN. Die Auswirkungen der Gesundheitsreform auf die Arzneiausgaben der gesetzlichen Krankenkassen sind umstritten. Nach einer Umfrage des ZDF-Magazins "Wiso" wird rund ein Viertel der 201 bundesweit tätigen Krankenkassen demnächst die Beiträge senken.

Das Bundesgesundheitsministerium und der Bundesverband der Betriebskrankenkassen (BKK) wiesen am Montag in Berlin einen Bericht der "Bild"-Zeitung zurück. Unter Berufung auf "Kassenkreise" berichtete das Blatt von zehnprozentigen Ausgabensteigerungen im kommenden Jahr. Dagegen sagte BKK-Sprecher Florian Lanz der dpa: "Eine zweistellige Zuwachsrate ist aus heutiger Sicht extrem unwahrscheinlich."

Laut "Bild" rechnen "Kassenkreise" mit Ausgabensteigerungen im kommenden Jahr, weil die Hersteller erstmals seit 2003 wieder die Preise erhöhen dürften und den Kassen keine Rabatte mehr gewähren müssten. Als Folge sinke der Spielraum der Kassen für Beitragssatzsenkungen.

Der Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums wies diese Darstellung zurück. Die Krankenkassen hätten durch die Gesundheitsreform bis Ende August einen Ausgabenrückgang um zwölf Prozent verzeichnet. Für das kommenden Jahr seien in der "Bild"- Darstellung die in der Reform vorgesehenen Regelungen für rationellen Umgang mit Arzneiverordnungen und Kontrollen nicht berücksichtigt worden. So müssten sich etwa Ärzte und Krankenkassen bis Ende November auf "Richtgrößen" für die Arzneiverschreibung einigen.

Der Sprecher der Betriebskrankenkassen sagte, auch 2005 werde "die entlastende Wirkung der Gesundheitsreform zu spüren sein". Die Arzneiausgaben würden auch 2005 unter dem Niveau des Jahres 2003 liegen.

Das ZDF-Magazin "Wiso" berichtete, rund 21 Mill. Versicherte aus 59 Kassen würden spätestens zum 1. Januar 2005 niedrigere Beiträge zahlen. Dies sei auf Überschüsse durch die Gesundheitsreform zurückzuführen.

52 Kassen wollten die Beiträge trotz teilweise dreistelliger Millionenüberschüsse nicht senken. Die restlichen 90 Kassen warteten mit einer Entscheidung vor allem darauf, ob der Beitrag für den Zahnersatz künftig komplett allein von den Versicherten bezahlt werden muss oder nicht. Die Höhe der Beitragssenkungen hätten die meisten Kassen mit Rücksicht auf noch ausstehende Entscheidungen ihrer Aufsichtsgremien noch nicht veröffentlicht, hieß es.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%