Wirkung guter US-Konjunkturdaten schnell verpufft
Unruhe an der Wall Street belastet den Dax

Belastet von nachgebenden Kursen an den US-Börsen haben die deutschen Aktienwerte am Montag in einem ansonsten lustlosen Handel schwächer geschlossen.

Reuters FRANKFURT. Neben Tyco sorgten insbesondere die Spekulationen um mögliche Ermittlungen durch US-Behörden beim Handelshaus Knight Trading für Unruhe an der Wall Street, sagte Analyst Carsten Jansing vom Wertpapierhaus Hornblower Fischer. Tyco-Chef L. Dennis Kozlowski hatte überraschend seinen Rücktritt bekannt gegeben, nachdem die Kritik an seiner Unternehmensstrategie und der Bilanzierungspraxis des Unternehmens in den vergangenen Monaten stetig zugenommen hatte. Die Tyco-Aktien fielen um mehr als 20 Prozent. Die Knight-Titel wurden noch vor Börsenstart vom Handel ausgesetzt, nachdem sie bereits vorbörslich um rund die Hälfte eingebrochen waren.

In Deutschland gerieten die Aktien von Volkswagen unter Druck, nachdem der Autobauer den Rückruf von rund einer Million Fahrzeugen angekündigt hatte.

Der Dax schloss 1,5 Prozent schwächer bei 4 747,95 Zählern, während der Auswahlindex des Neuen Marktes Nemax 50 um 1,4 Prozent auf 788,51 Punkte fiel. Der Nebenwerte-Index MDax lag unterdessen fast unverändert bei 4 322,26 Stellen. Der Dow Jones EuroStoxx50 der größten europäischen Aktien gab um 0,8 Prozent auf 3 330,24 Zähler nach.

Erfreuliche US-Konjunktur ohne Wirkung

Börsianer sagten, die Unruhe der US-Anleger lasse sogar die etwas besser als erwartet ausgefallenen US-Konjunkturdaten verpuffen. Der Index der US-Einkaufsmanager stieg im Mai auf 55,7 Punkte nach 53,9 Zählern im Vormonat. Damit steht das Konjunkturbarometer auf dem höchsten Stand seit Februar 2000. Analysten hatten lediglich mit einem Anstieg auf 55,0 Stellen gerechnet.

VW ruft Polos und Lupos zurück

Die VW-Aktie verlor 1,3 Prozent auf 55,76 Euro, nachdem sie zuvor bis zu 0,7 Prozent fester notierte hatte. Die ungewöhnlich hohe Zahl der zurückgerufenen Wagen belaste die Aktie, sagte ein Händler. Normalerweise wirkten sich vergleichbare Nachrichten nur kurzfristig auf die Kurse aus. Am Nachmittag hatte das Unternehmen mitgeteilt, 950.000 Fahrzeuge der Typen Polo und Lupo würden wegen Problemen an der Bremszuleitung zurückgerufen. Über die Kosten der Rückrufaktion wurden keine genauen Angaben gemacht.

Hoffnung auf Erholung treibt Preussag und Lufthansa

Die Aktien von Preussag stiegen um ein Prozent auf 27 Euro. Nach den kürzlich veröffentlichten und besser als erwartet ausgefallenen Quartalszahlen von Preussag seien die Anleger offenbar zunehmend der Meinung, die Tourismus-Branche habe das Schlimmste nun hinter sich, sagte Jörg Schreiweis, Head of Equity Sales bei der DZ Bank. Die Lufthansa profitiere ebenfalls von der Hoffnung auf eine Belebung des Geschäftes, sagten Händler weiter. Deren Titel zogen um 0,54 Prozent auf 14,78 Euro an.

Commerzbank und MLP stark unter Druck

Ganz oben auf der Liste der Verlierer im Dax stand derweil die Commerzbank, deren Aktien um drei Prozent auf 18,70 Punkte nachgaben. Die Titel wurden allerdings Ex-Dividende gehandelt. Die Herausrechnung der Dividende ist für einen Verlust von rund zwei Prozentpunkten des Gesamtabschlages verantwortlich.

Die größten Verluste im Dax verbuchten mit einem Minus von 7,5 Prozent auf 40,30 Euro die Titel von MLP. Händlern zufolge sind die Verluste eine technische Reaktion auf den gut sechsprozentigen Kursanstieg vom Freitag. Die Aktien der Deutschen Telekom sanken unterdessen zeitweise auf ein neues Rekordtief von 11,41 Euro und schlossen drei Prozent im Minus bei 11,50 Euro.

Escada-Vorzüge vor Zahlen stark gefragt

Im MDax legten die Vorzugsaktien von Escada in Erwartung der Veröffentlichung von Geschäftszahlen am Dienstag 10,7 Prozent auf 22,80 Euro zu. Die nicht im MDax gelisteten Stämme festigten sich derweil lediglich um 4,1 Prozent.

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