"Wirrwarr an Zahlen"
Mobilcom verbucht Verlust im 3. Quartal

Der Telekommunikationskonzern Mobilcom hat im dritten Quartal inklusive UMTS-Vorlaufkosten ein negatives Vorsteuerergebnis verbucht und damit unterschiedliche Reaktionen bei Analysten ausgelöst. Der Büdelsdorfer Konzern wies am Montag einen Verlust vor Steuern, Zinsen, Abschreibung und Amortisation (Ebitda) von 6,83 Mill. € nach einem Gewinn von 3,66 Mill. € im Vorquartal aus.

rtr HAMBURG. Die Differenz erklärte Mobilcom in erster Linie mit Ausgaben für den UMTS-Netzaufbau und den höheren Personalaufwand für IT-Fachleute. Die Kundenzahl habe sich binnen Jahresfrist auf knapp 8,5 (5,6) Millionen erhöht. In einer Pflichtmitteilung hob Mobilcom hervor, dass ohne UMTS-Vorlaufkosten ein positives Ebitda von 6,8 Mill. € erzielt worden sei und prognostizierte auch für das Schlussquartal 2001 einen positiven Wert im Stammgeschäft. Erst in zweiter Linie wurde auf den Verlust inklusive der UMTS-Kosten verwiesen.

Analysten sprachen von einem Wirrwarr an Zahlen. Christoph Vogt von MM Warburg sagte, das dritte Quartal sei für Mobilcom enttäuschend verlaufen. Ähnlich äußerte sich Klaus Baumann von SES Research. Er schränkte allerdings ein, dass seiner Ansicht nach die Quartalszahlen weniger ausschlaggebend seien als der für Dezember erwartete neue Geschäftsplan. Darin wolle Mobilcom die Auswirkungen seiner Zusammenarbeit mit E-Plus und die Ausrüsterverträge für das UMTS-Netz mit Ericsson und Nokia einrechnen.

Joachim Koller von Merck Finck zeigte sich positiv gestimmt. Er hob besonders den Mobilcom-Angaben zufolge auf 381 von 361 Mill. € gestiegenen so genannten Airtime-Umsatz (SMS-Telefonie-Umsatz im Mobilfunk) hervor. Mobilcom hatte im dritten Quartal eigenen Angaben zufolge wegen gekürzter Handy-Subventionen insgesamt einen geringeren Umsatz von 608,8 (669,5) Mill. € verbucht. Vor der Veröffentlichung befragte Analysten hatten im Durchschnitt einen Umsatz von 692 Mill. € und ein negatives Ebitda von 6,92 Mill. € erwartet. Die Spanne der Prognosen hatte dabei zwischen plus 7,8 Mill. und minus 35 Mill. € gelegen.

Ohne UMTS-Anlaufkosten wies Mobilcom für das dritte Quartal ein positives Ergebnis von 6,81 Mill. € nach plus 4,7 Mill. im Vorquartal aus. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) lag in diesem Zeitraum mit minus 46 Mill. € ebenfalls in Höhe der Analystenerwartungen, die mit einem negativen Wert zwischen 28 und 53 Mill. € gerechnet hatten.

Im Zeitraum von Januar bis September habe das Ebitda bei minus 37,96 Mill. € gelegen, teilte Mobilcom weiter mit. Der Neun-Monats-Umsatz sei zugleich auf 2,01 Mrd. € von 1,66 Mrd. € im Jahr 2000 gestiegen. Im Mobilfunk zählte Mobilcom mit 5,05 Millionen rund 60 % seiner Kunden. Das Wachstum um 50 000 im dritten Quartal spiegele das derzeit gebremste Kundenwachstum wieder, hieß es. Insgesamt seien zwischen Januar und September 2001 über 1,04 Millionen Mobilfunk-Verträge über Mobilcom abgeschlossen worden. Zwei Drittel aller Mobilfunkkunden verfügten über einen 24-Monats-Vertrag, teilte Mobilcom mit.

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