Wirtschaft, Arbeit und Aufschwung Ost
Union und FDP streiten um Wirtschaftsressort

Der Bär ist noch längst nicht erlegt, da streiten die Jäger bereits um das Fell. Unionskandidat Edmund Stoiber (CSU) will nach einem Wahlsieg über Kanzler Gerhard Schröder (SPD) Ex-Ministerpräsident und Jenoptik-Sanierer Lothar Späth (CDU) zum Superminister für Wirtschaft und Arbeit machen. Das Amt reklamierte FDP-Vize Rainer Brüderle für seine Partei. Der frisch gekürte FDP-Kanzlerkandidat Guido Westerwelle plädierte für Brüderle als "Mister Mittelstand".

sm/bag HB BERLIN/MANNHEIM. Einig sind sich Union und FDP darin, dass das Wirtschaftsministerium, das unter Schröder und dem derzeitigen Amtsinhaber Werner Müller (parteilos) zu einem Haus fast ohne Kompetenzen verkommen ist, wieder zu einem mächtigen Ressort aufgewertet wird. Dazu sollen neben der wirtschaftspolitischen Grundsatzabteilung, die Schröder ins Finanzministerium verlagert hat, die Zuständigkeiten für Arbeitsrecht und Beschäftigung gehören, erläuterte Brüderle dem Handelsblatt.

Stoiber will Späth zum Superminister für Wirtschaft, Arbeit und Aufschwung Ost machen, erfuhr das Handelsblatt aus seinem Umfeld. "Der Aufschwung für Deutschland erhält damit ein Gesicht", sagte Stoiber der "Welt am Sonntag". Mit Späth will die Partei Ludwigs Erhards die Kompetenz für die Wirtschaftspolitik zurückgewinnen, die sie in 16 Helmut Kohls Regierungsjahren der FDP überlassen musste.

Dagegen betonte Brüderle: "Die einzig richtige Besetzung für das Wirtschaftsministerium ist ein Lieberaler." Er hält die Nominierung Späths durch Stoiber am Montag für einen "Wahlkampfgag" und sich selbst für den besten Mann für den Minister-Job. In Mannheim haben die Liberalen am Wochenende Parteichef Westerwelle zum Kanzlerkandidaten gekürt. Er geißelte die Wirtschaftspolitik von Schröder und Stoiber als austauschbar. Die FDP wolle "den Hunderttausenden von Mittelständlern helfen". Dafür stehe Brüderle, so Westerwelle.

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