Wirtschaft schrumpft im ersten Quartal
In Japan wächst die Furcht vor einer Rezession

Unerwartet schlechte Konjunkturdaten haben in Japan Ängste vor einem Rückfall in eine Rezession geweckt. In den ersten drei Monaten des Jahres schrumpfte die Wirtschaft des fernöstlichen Landes um 0,2 % gegenüber dem Vorquartal, wie die Regierung am Montag in Tokio mitteilte.

afp TOKIO. Im Jahresvergleich sank das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 0,8 %. "Zu meinem Bedauern ist dies die derzeitige Stärke der japanischen Wirtschaft", sagte Wirtschaftsminister Heizo Takenaka. Der japanische Yen verlor angesichts der schlechten Konjunkturdaten an Wert. Auch die Aktienmärkte reagierten negativ: An der Tokioter Börse gab der Nikkei-Index aus 225 Werten um 1,5 % auf 13 226,48 Punkte nach.

Experten hatten ursprünglich mit einem leichten Anstieg des BIP im ersten Quartal gerechnet. Im Ende März abgelaufenen Finanzjahr wuchs die japanische Wirtschaft damit nur um 0,9 % und damit deutlich geringer als die von der Regierung angestrebten 1,2 %. Wirtschaftsminister Takenaka betonte, nun werde es "schwierig", die angestrebten 1,7 % für das laufende Finanzjahr (April 2001 bis März 2002) zu erreichen.

Private Nachfrage ging zurück

Die Regierung machte sinkende Exporte in die USA sowie rückläufige Konsumausgaben der Privathaushalte für den BIP-Rückgang verantwortlich. "Fast alle Indikatoren der privaten Nachfrage lagen bei Null oder waren negativ", sagte Peter Morgan, Ökonom bei der Geschäftsbank HSBC in Tokio. "Auf dieser Basis kann man davon sprechen, dass es in Richtung Rezession geht". Eine Rezession läge vor, wenn Japan in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen ein BIP-Rückgang verzeichne. Dies war letztmalig Ende 1999 der Fall.

Der Dollar stieg auf 121,27 Yen. Am Freitag hatte der Wert der US-Währung in Tokio noch bei 120,44 Yen gelegen. Analysten rechneten damit, dass der Yen auch während des Rests der Woche unter Druck bleiben wird. Yasushi Takeishi von der Canadian Imperial Bank for Commerce bezeichnete es aber als unwahrscheinlich, dass mittelfristig die Marke von 118 Yen pro Dollar unterschritten werden könnte. Der Euro legte am Montag auf 103,25 Yen zu, nach 102,21 Yen am Freitag.

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