Wirtschaftlich ist Turnier für DHB schon jetzt ein großer Erfolg
Härtetest in Sachsen

Beim Handball-Supercup probiert Bundestrainer Heiner Brand neue Spieler für die Europameisterschaft im Januar aus.

LEIPZIG. Eigentlich sollte der Supercup gar nicht in Sachsen stattfinden. Der Deutsche Handball-Bund (DHB) wollte das wichtigste Länderturnier vor der Europameisterschaft im Januar in Slowenien in anderen, großen Arenen ausspielen: in Hamburg, Oberhausen, Hannover und Köln. Die Funktionäre wollten die aktuelle Popularität der Sportart ausnützen. Immerhin ist Deutschland Vizeweltmeister.

Zeitweise sechs Millionen Zuschauer hatten die WM-Spiele der Mannschaft am Fernseher verfolgt, das ist doch eine Basis, dachten die DHB-Verantwortlichen bei der Planung des Top-Turniers, das heute in Leipzig beginnt. Doch in den Hallen, in denen eigentlich spektakuläre Sprungwürfe gezeigt werden sollten, treten zur selben Zeit Musiker wie Meat Loaf und Udo Jürgens auf. "Die großen Hallen waren schon im Winter belegt", sagt DHB-Funktionär Horst Bredemeier.

Trotzdem ist der fürs Marketing zuständige Vizepräsident auch mit den Veranstaltungsorten in Sachsen hoch zufrieden. In Leipzig trifft heute Deutschland auf Schweden, die Halbfinalbegegnungen und das Endspiel finden in Riesa statt. "Wirtschaftlich ist das für uns von vornherein ein großer Erfolg", sagt Bredemeier, denn der Verband hat das Turnier für eine sechsstellige Garantiesumme an einen Leipziger Veranstalter verkauft. Die gleiche Summe, die der DHB vor zwei Jahren noch für die Vermarktung des Supercups noch in D-Mark erhalten habe, sagt Bredemeier, bekomme er jetzt in Euro. Zudem werden alle deutschen Spiele live in der ARD übertragen.

Dass dieses Turnier ein sportlicher Höhepunkt ist, steht außer Frage. Denn nach dem Spiel gegen Schweden treffen die Deutschen auf Olympiasieger Russland. In der anderen Gruppe sind Weltmeister Kroatien, der WM-Dritte Frankreich und der WM-Vierte Spanien vertreten, man kann also getrost von einer Art Mini-WM in Sachsen sprechen. Für Bundestrainer Heiner Brand ist das Turnier deshalb eine überaus wichtige Standortbestimmung. Brand will im Hinblick auf die EM und die Olympischen Spiele speziell die "beiden Neuen beobachten". Damit meint er die wieder genesenen Rückraumspieler Daniel Stephan (TBV Lemgo) und Frank von Behren (VfL Gummersbach).

Außerdem wird er, da Volker Zerbe und Klaus-Dieter Petersen fehlen, den Essener Oliver Roggisch im Abwehrzentrum testen. Und auf Halbrechts werden die hoch talentierten Christian Zeitz (THW Kiel) und Volker Glandorf (Nordhorn) lange Einsatzzeiten erhalten.

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