"Wirtschaftlich nicht mehr vertretbar"
Vivanco übernimmt angeschlagene Marke Boeder nicht

Der Markenwert von Boeder habe durch das langwierige Insolvenzverfahren erheblichen Schaden genommen, so die Begründung des Vivanco-Vorstand Christoph von Guionneau.

dpa AHRENSBURG. Der Elektronik-Händler Vivanco aus Ahrensburg bei Hamburg wird die angeschlagene Marke Boeder entgegen den bisherigen Planungen nicht übernehmen. Der Markenwert von Boeder habe durch das langwierige Insolvenzverfahren erheblichen Schaden genommen, so dass die Übernahme des einstigen europäischen Marktführers wirtschaftlich nicht mehr vertretbar sei, erklärte Vivanco-Vorstand Christoph von Guionneau am Dienstag in Ahrensburg.

Gerade im umsatzstarken und sensiblen Weihnachtsgeschäft, in dem es auf maximale Lieferfähigkeit ankomme, sei bei den Handelspartnern von boeder große Unsicherheit entstanden. Vivanco werde sich nun auf das Wachstum aus eigener Kraft im europäischen PC-Zubehörmarkt konzentrieren.

Vivanco entwickelt, produziert und vermarktet Zubehör für Unterhaltungselektronik, Computer und Mobiltelefone. Das Ahrensburger Unternehmen, das an der Frankfurter Börse im Amtlichen Handel notiert ist, hatte in seinem Neun-Monats-Bericht ein starkes Umsatzwachstum von 30 % auf rund 330 Mill. DM und gleichzeitig rote Zahlen angekündigt. Im nächsten Jahr will Vivanco auf den europäischen Märkten weiter zügig wachsen und gleichzeitig in die Gewinnzone zurückkehren.

Das Unternehmen ist keine Neugründung, sondern bereits seit Jahrzehnten am Markt. Der Kurs der Aktie ist im Lauf dieses Jahres von seinem Höchststand bei 22,50 Euro auf sechs Euro zurückgefallen. Zuletzt hatte sich die Aktie bei rund acht Euro stabilisiert.

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