Wirtschaftliche Gründe
Eon schaltet Atomkraftwerk Stade früher ab

Früher als im Atomkonsens vereinbart will das Energieunternehmen Eon das Atomkraftwerk im niedersächsischen Stade abschalten. Nach Angaben von Landesumweltminister Wolfgang Jüttner (SPD) vom Freitag will der Betreiber das zweitälteste Kraftwerk Deutschlands 2003 vom Netz nehmen. Ein entsprechender Antrag sei am Vortag beim Ministerium eingegangen. Nach dem im vergangenen Jahr ausgehandelten Atomkonsens könnte Stade noch bis 2004 betrieben werden, sagte Jüttner.

dpa HANNOVER. Nach Angaben von Eon hat die Entscheidung wirtschaftliche Gründe. "Bis 2003 ist unser Brennstoff ausgenutzt", sagte eine Sprecherin. Danach hätten neue Brennstäbe in Auftrag gegeben werden müssen. Stilllegung, Abriss und Entsorgung würden etwa eine Milliarde Mark (0,51 Mrd. ?) kosten. "Wir gehen davon aus, dass unsere dafür angelegten Rückstellungen ausreichen", sagte die Sprecherin.

Der Minister zeigte sich erfreut. Der Abbau könne in zwölf bis 15 Jahren abgeschlossen sein. Das Land werde die nötigen Genehmigungsverfahren zügig voran treiben, sagte der Minister. Etwa die Hälfte der 450 Arbeitsplätze - davon 300 direkt bei Eon - könnten für die Zeit des so genannten "direkten Rückbaus" gesichert werden. Die Region profitiere zugleich von der geplanten Fertigung des neuen Airbus-Modells AXX. "Der Arbeitsplätzeverlust wird dadurch mehr als ausgeglichen", meinte Jüttner.

Die rund 150 alten Brennstäbe sollen von 2004 an in etwa 20 Behältern und mit bis zu zehn Transporten in die Wiederaufbereitungs- Anlage nach La Hague gebracht werden. Von 2005 an könnten dann die Abrissarbeiten beginnen. Bis ein Endlager für radioaktive Abfälle zur Verfügung stehe, wolle Eon den schwach strahlenden Schutt in einem Lager auf dem Betriebsgelände unterbringen, sagte Jüttner.

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