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Wirtschaftsdaten beflügeln US-Märkte

Der Dow Jones Index hat den Sprung über die psychologisch wichtige Marke von 10 000 Punkten geschafft. Unerwartet gute Wirtschaftdaten geben den US-Aktienmärkten den Auftrieb.

Zwar mussten New Yorks wichtigste US-Aktienindizes am Vormittag einen Großteil ihrer morgendlichen Punktgewinne abgeben, doch für ein zufriedenstellendes Plus reicht es allemal. Der Dow Jones Index gewinnt 0,4 Prozent. Der Nasdaq Index liegt zur Stunde fast 0,5 Prozent im grünen Bereich.

Unerwartet gute Wirtschaftdaten geben den US-Aktienmärkten den Auftrieb. Die Auftragseingänge im verarbeitenden Gewerbe stiegen im Juli um 0,1 Prozent. Die Mehrheit der Analysten hatte mit einem Rückgang von 0,5 Prozent gerechnet. Auch die Aktivitäten der Industrie in Chicago scheinen sich zu stabilisieren. Der Index konnte mit 43,5 Punkten die Schätzungen der Analysten um 3,5 Punkte schlagen. Einziger Wermutstropfen: Im August ging das von der Universität von Michigan ermittelte vorläufige Verbrauchervertrauen von 93,5 auf 91,5 Punkte zurück. Die Mehrheit der Analysten hatte mit einem Index auf Vormonatsniveau gerechnet.

Vor allem die Aktien der Einzelhandels- und Chemiebranche profitieren von Kursgewinnen. Home Depot und Wal-Mart stehen auf den Einkaufslisten der Anleger. Doch auch United Technologies, Intel und Honeywell hieven den Dow Jones ins Plus.

Schwächer notieren zum Wochenschluss dagegen die Aktien des Pharma- und Tabaksektors. Die Titel von Merck und Philip Morris führen die Verliererliste der Dow Jones Werte an. Konsumgüterkonzerne Procter & Gamble und Johnson & Johnson notieren ebenfalls schwächer. Procter & Gamble und sein niederländischer Konkurrent Unilever werden bis spätestens Freitagabend über einen Industriespionagefall entscheiden. Unilever wirft seinem amerikanischen Konkurrenten vor, Spionage in Unilevers Entwicklungsabteilung für "Haarpflege" betrieben zu haben. Sollte es zu keiner Einigung kommen, könnte Unilever Procter & Gamble möglicherweise verklagen.

Unter Abgabedruck geraten am Freitag dagegen die Aktien der Hersteller von Komponenten für die Chipindustrie. Die Aktie von Novellus gehört zu den am meisten gehandelten Titeln, nachdem der Hersteller von Maschinen für die Chipproduktion im dritten Quartal mit Aufträgen von 160 Millionen Dollar nun voraussichtlich nur das untere Ende des bisher prognostizierten Auftragsvolumens erreichen wird. Das kündigte das Management des Unternehmens vor Wochenschluss an. Es sei zwar mit einem Umsatz von 300 Millionen Dollar und einem Gewinn von 24 Cents pro Aktie zu rechnen, teilte Vorstand Peter Hanley mit. Doch während sich die Nachfrage in den USA stabilisiert habe, lasse das Umfeld in Europa, Japan und Korea weiter nach. Marktteilnehmer und Anleger zeigen sich mit den Aussichten nicht zufrieden. Das Papier gehört zu den größten Verlierern des Nasdaq Index und büßt fast sieben Prozent an Wert ein.

Die Aktie von Konkurrenten Applied Materials rutschen ein Prozent ins Minus, das Papier von KLA Tencor verliert 2,0 Prozent. Chiphersteller Rambus kann sich trotz verhaltener Prognosen dagegen in die Gewinnzone vorarbeiten. Das Unternehmen bestätigt am Morgen zwar die Umsatzprognosen für das vierte Quartal. Doch werden die Einnahmen voraussichtlich bis zu 20 Prozent niedriger ausfallen als im Vorquartal. Das Unternehmen begründet die enttäuschende Entwicklung mit der sinkenden Nachfrage nach Heimcomputern. Die Aktie notiert zwei Prozent im Plus.

Ebenfalls unter Abgabedruck gerät das Papier von Kaffeehauskette Starbucks. Das Unternehmen hat in den Filialen, die bereits 13 Monate geöffnet haben, im August zwar einen Umsatzanstieg von einem Prozent verzeichnet. Doch liegt das Ergebnis lediglich am unteren Ende der Analystenerwartungen. Der Wert büßt fast drei Prozent ein.

Gefährlich eng wird es mittlerweile für Excite At Home. Cox und Comcast, zwei der größten Vertreiber von Excites Internetservice, haben die Zusammenarbeit aufgekündigt. Um einen Konkurs abzuwenden, will der finanziell angeschlagene Internetprovider nun eine Investmentbank zu Rate ziehen. Die Aktie verliert fast ein Viertel an Wert.

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