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Wirtschaftsdaten trüben die Stimmung

Der Dow Jones Index notiert am bereits am zweiten Handelstag in Folge in der Verlustzone. Schlechte Konjunkturdaten und pessimistische Analystenkommentare zum Finanzsektor machen dem Börsenbarometer der 30 US-Standardwerte zu schaffen. Der Nasdaq Index hält sich dagegen mehr schlecht als recht auf Vortagesniveau.

Die vorbörslich veröffentlichten Wirtschaftsdaten nehmen dem Markt den Schwung. Deuteten die Futures vor Börsenstart noch deutlich ins Plus, geht den Anlegern nach Handelsbeginn nun die Puste aus. Statt des erwarteten Produktivitätsanstiegs von einem Prozent ging die Produktionsmenge pro Zeiteinheit im ersten Quartal um 0,1 Prozent zurück. Noch im Vorquartal war die Rate um zwei Prozent angestiegen. Damit geht das Produktivitätswachstum erstmals in sechs Jahren zurück. Die Arbeitsstückkosten stiegen dagegen um 5,2 Prozent und damit um fast 0,7 Prozent stärker als erwartet. Hierbei handelt es sich um den höchsten Anstieg seit 1997. In Zusammenhang mit den mäßigen Arbeitsmarktdaten von vergangenen Freitag sind das keine guten Nachrichten für die US-Konjunktur.

Den Dow Jones Index kosten vor allem die Kursverluste im Finanzsektor erneut Punkte. Nachdem das Brokerhaus Prudentiual Securities bereits gestern J.P. Morgan mit schlechten Kommentaren schadete, muss American Express heute unter negativen Prognosen leiden. Die Experten vom Brokerhaus Morgan Stanley stufte das Papier von "outperform" auf "neutral" ab. Auch Citigroup und J.P. Morgan stehen ganz oben auf der Verliererliste der Dow-Werte. Vielversprechende Nachrichten beim Brokerhaus Lehman Brothers können die Markteilnehmer nicht auf andere Gedanken bringen. Das Brokerhaus kündigte entgegen dem allgemeinen Entlassungs-Trend an, bis Ende des Jahres in Deutschland und ganz Europa rund 1 000 neue Mitarbeiter einzustellen. Ziel ist es, die weltweite Geschäftsplattform weiter auszubauen. Konkurrent Morgan Stanley Dean Witter kündigte erst vergangenen Monat an, wegen des schwachen wirtschaftlichen Umfelds rund 1 500 Mitarbeiter zu entlassen.

Neben den Kursverlusten bei Finanztiteln müssen auch General Elektric und General Motors Punkte einbüßen. Kursgewinne gibt dagegen im Versicherungssektor. MetLife, Amerikas größter Versicherungskonzern, konnte die Analystenerwartungen im ersten Quartal mit einem Gewinn von 49 Cents pro Aktie um zwei Cents schlagen. Einnahmeverluste aus dem Geschäft mit Unternehmenspolicen konnte MetLife durch Überschüsse im Bereich der Automobil- und Hausratsversicherungen ausgleichen. Neben MetLife können sich auch Allstate und Allmerica Financial verteuern.

Der Nasdaq Index dagegen wird von Kursgewinnen bei Chip- und Softwareaktien gestützt. Cisco Systems ist auch zur Mittagsstunde immer noch einer der größten Gewinner. Nachdem das Brokerhaus Lehman Brothers die Aktie gestern heraufstufte, erhöhen heute auch die Analysten von Morgan Stranley die Einstufung von "neutral" auf "outperformer". Das Kursziel sehen sie bei 25 Dollar pro Aktie. Der weltgrößte Netzwerkausrüster wird heute nach der Schlussglocke die Geschäftsergebnisse für das dritte Quartal bekannt geben. Im Vorfeld der Zahlen legt die Aktie zu.

Ciscos Gegenpol bildet am Dienstag die Aktie von Dell. Nachdem der weltgrößte Direktvertreiber von Computern ankündigte, in den nächsten sechs Monaten bis zu zehn Prozent oder fast 4 000 der Arbeitsplätze zu streichen, trennen sich die Anleger von der Aktie. Bereits im Februar hatte der Konzern angekündigt, rund 1 700 Angestellte entlassen zu wollen. Die Gewinnprognosen für das erste Quartal werde Dell aber erfüllen können. Neben Dell drücken Amgen, Microsoft und Worldcom auf das Kursbarometer der US-High-Tech-Werte.

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