Wirtschaftsexperten warnen vor Folgen
IG Metall erwartet klare Zustimmung zu Streik

Die IG Metall hat kurz vor dem Ende der Urabstimmung am Dienstag die sichere Erwartung geäußert, dass die notwendige Mehrheit für einen Streik in der Metall- und Elektroindustrie zu Stande kommt.

WiWo/ap BERLIN/STUTTGART. Das Ergebnis der Urabstimmung im Tarifgebiet Berlin/Brandenburg sollte ab 17.00 Uhr und das für Baden-Württemberg ab 19.30 Uhr bekannt gegeben werden.

Der Bezirksleiter der Gewerkschaft von Berlin und Brandenburg, Hasso Düvel, zeigte sich davon überzeugt, dass die notwendige Mehrheit von 75 % der IG-Metall-Mitglieder für einen Streik erreiche. Düvel sagte im ZDF-Morgenmagazin, da die Gefahr bestehe, dass Ostdeutschland von der Einkommenentwicklung abgekoppelt werde, sei es wichtig gewesen, die Urabstimmung auch in einem Bundesland abzuhalten, in dem es ein West- und ein Osttarifgebiet gebe. "Die Angleichung der Osttarife an West darf nicht behindert werden." Die Gewerkschaft sei nicht wild darauf, dass lange gestreikt werde, aber der Streik sei ein gute Ritual, "weil es beiden Seiten erlaube, sich neu zu positionieren", erklärte Düvel.

In Berlin und Brandenburg hat die Gewerkschaft nach eigenen Angaben 99 000 Mitglieder in 177 Betrieben der Metall- und Elektroindustrie. In Baden-Württemberg waren Gewerkschaftsmitglieder in 830 Betrieben zur Urabstimmung aufgerufen.

Umsatzverlust in Milliardenhöhe befürchtet

Ein Streik ist den bisherigen Angaben zufolge ab 6. Mai geplant, wenn der Vorstand der Gewerkschaft in Frankfurt am Main am Donnerstag den notwendigen Beschluss dazu fasst. Das Institut der Deutschen Wirtschaft in Köln warnte unterdessen vor den Folgen eines Arbeitskampfs. Dieser könnte der deutschen Volkswirtschaft teuer zu stehen kommen, hieß es. Wenn zum Beispiel im Tarifbezirk Südwest alle organisierten Arbeitnehmer fünf Tage in den Ausstand treten würden, schlüge das mit einem Umsatzverlust von 1,2 Milliarden Euro zu Buche.

Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Lage warnte vor den Folgen eine zu hohen Lohnabschlusses. Der Vorsitzende des Gremiums, Wolfgang Wiegard, sagte im Deutschlandradio, eine Vier vor dem Komma wäre eindeutig zu hoch. "Es ist richtig, dass die Gewerkschaften im Jahr 2000 eine moderate Tarifpolitik betrieben haben. Dies darf aber keine Einmal-Veranstaltung sein." Es dürfte nicht sein, dass eine moderate Tarifpolitik in einem Jahr durch eine aggressive Tarifpolitik im nächsten Jahr konterkariert werde. Dann bringe das für den Arbeitsmarkt überhaupt nichts. "Moderate Tarifpolitik ist eine notwendige Bedingung, dafür dass Arbeitsplätze geschaffen werden, aber keine hinreichende Bedingung", erklärte der Wirtschaftswissenschaftler.

Die Gewerkschaft fordert im Gesamtvolumen 6,5 Prozent mehr Geld. Die Arbeitgeber hatten zuletzt eine Einmalzahlung von 190 Euro für zwei Monate 3,3 Prozent mehr für 15 Monate angeboten.

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