Wirtschaftsforschungsinstitute sehen keine Trendwende beim Bau: Wachstum in Ostdeutschland nur vorübergehend höher als im Westen

Wirtschaftsforschungsinstitute sehen keine Trendwende beim Bau
Wachstum in Ostdeutschland nur vorübergehend höher als im Westen

Deutschland kann frühestens im zweiten Halbjahr 2003 mit einer Konjunkturerholung rechnen, die aber "schleppend" vorankommt.

ari DÜSSELDORF. Die am Frühjahrsgutachten beteiligten Wirtschaftsforschungsinstitute rechnen im ersten Quartal mit 0,2 % Wachstum zum Vorquartal und im zweiten Quartal mit einem Schrumpfen um 0,1 %. Das bedeutet Stagnation bis zur Jahresmitte. Mögliche Auswirkungen des Irak- Krieges auf die deutsche Konjunktur haben die Forscher noch nicht einkalkuliert. Sie seien gegenwärtig noch nicht abschätzbar, sagten sie am Dienstag in Berlin.

Selbst wenn sich die Lage im Irak bald beruhigt, wächst die deutsche Wirtschaft nach der Prognose 2003 nur um 0,5 %. In Ostdeutschland wäre der BIP-Anstieg mit 1 % doppelt so hoch wie im Westen - weil die "Bremswirkung" vom Bau vorübergehend nachlässt. Dies ist ein Einmaleffekt der Beseitigung der Flutschäden. 2004 prognostizieren die Institute dem Osten mit 1,5 % wieder ein geringeres Wachstum als dem Westen und ganz Deutschland mit 1,8 %.

Die Exporte nehmen nach dem Gutachten erst im Spätjahr 2003 stärker zu, vom Außenhandel insgesamt komme 2003 kein Wachstumsbeitrag. Bei den Ausrüstungsinvestitionen verstärke sich die Erholung erst mit besseren Absatzchancen. Trotz der noch sinkenden Kapazitätsauslastung kommt es aber bereits 2003 zu einem verhaltenen Anstieg. Die Bauinvestitionen sehen die Institute auch 2004 noch schrumpfen, von Trendwende keine Spur. Vom privaten Konsum seien erst 2004 mit der nächsten Steuerentlastung stärkere Impulse zu erwarten. Der Preisanstieg bleibe mit 1,3 % und 1,2 % gering

.

Die Perspektiven für den Arbeitsmarkt bleiben schlecht. Die Beschäftigung nehme erst im zweiten Halbjahr 2004 zu. Die Arbeitslosenzahl steigt nach der Prognose 2003 um 390 000 auf 4,45 Millionen und 2004 auf 4,5 Millionen - neue Höchststände in der Geschichte der Bundesrepublik. Im Osten wird es insgesamt 100 000 Arbeitslose mehr geben und das bei sinkendem Arbeitskräfteangebot.

Quelle: Handelsblatt

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