Wirtschaftsminister fordert Geld für Hochtechnologie
Russland richtet die Exportförderung neu aus

Russlands liberaler Wirtschaftsminister German Gref will die schwindenden Exporte des Landes mit Staatsmitteln ankurbeln. Nach einem Bericht der halboffiziellen Moskauer Zeitung Wedemosti verlangt er dafür im kommenden Jahr erstmals umgerechnet 100 Mill. Euro. Damit wolle Gref auch die Struktur der Ausfuhren neu ausrichten - weg von der Rohstofflastigkeit hin zu Industrieprodukten.

mbr MOSKAU. Nach Angaben der Zentralbank waren die Ausfuhren in den ersten fünf Monaten diesen Jahres um 8,8 % auf 39,5 Mrd. $ gesunken, die Importe gleichzeitig um 8,4 % auf 21,9 Mrd. $ gestiegen. Damit erwirtschaftet das Land zwar noch immer einen erheblichen Außenhandelsüberschuss, muss daraus aber auch seine hohen Auslandsschulden tilgen. Zudem ist der Export extrem abhängig von der Rohstoffkonjunktur: Mehr als drei Viertel alles Ausfuhren machen Rohstoffe wie Öl, Erdgas, Holz oder Halbfertigwaren wie Stahl aus. Der Rest ist zum großen Teil Rüstungsexport.

Um Produktion und Export von Hochtechnologien zu fördern, soll diesen Branchen durch Subventionierung der hohen Kreditzinsen geholfen werden. Zudem will Gref eine Ausfuhrversicherung gründen, wie es sie mit der Hermes Kreditversicherungs- AG in Deutschland gibt. Dabei will Frankreich mit der Erfahrung seiner Coface-Ausfuhrversicherung helfen.

Zusammen mit der Entwicklungsbank greift das Wirtschaftsministerium vor allem Herstellern im Energiemaschinenbau, der Flugzeug-, Schiffbau- und Metallindustrie unter die Arme. Diese Unternehmen seien durch Ausfuhrhilfen anderer Länder weitgehend aus den Exportmärkten verdrängt worden. Auch Getreideexporteuren - die im vorigen Jahr erstmals wieder russisches Korn ausführen konnten, aber von Zollerhöhungen in der EU stark betroffen waren - und der Leichtindustrie soll geholfen werden.

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