Wirtschaftsminister Müller zufrieden
Bund genehmigt Übernahme ostdeutscher Energiekonzerne durch HEW

2,9 Mrd. DM zahlt HEW für die Übernahme der ostdeutschen Energiekonzerne Veag und Laubag beiden ostdeutschen Energiefirmen zahle. Mit der vom Bund genehmigten Übernahme ist der Weg zur Bildung eines nordostdeutschen Strom-Großkonzerns nahezu frei.

rtr BERLIN. Mit der vom Bund genehmigten Übernahme der ostdeutschen Energiekonzerne Veag und Laubag durch die HEW ist der Weg zur Bildung eines nordostdeutschen Strom-Großkonzerns nahezu frei. HEW-Vorstandschef Manfred Timm nannte einen Kaufpreis von 2,9 Mrd. DM, den die HEW die beiden ostdeutschen Energiefirmen zahle. Die Übernahme stelle die Basis dar, um einen großen nordostdeutschen Stromkonzern zum 1. Januar 2003 zu schaffen, an dem der schwedische HEW- Großaktionär Vattenfall die Mehrheit halten werde. Bundeswirtschaftsminister Werner Müller (parteilos) sagte, die Verkaufsentscheidung sichere die ostdeutsche Stromwirtschaft, des dortigen Braukohletagebaus und damit die Arbeitsplätze.

Nach der grundsätzlichen Einigung über den Verkauf von rund 85 % an der Veag und knapp über 90 % an der Laubag gibt es nach Timms Worten nun noch Detailfragen in Verbindung mit den Privatisierungsverträgen von 1994, die bis zum Frühjahr gelöst werden sollten. Timm sprach von einem "großen Schritt nicht nur für die ostdeutsche Stromwirtschaft, sondern auch für unser Unternehmen". Die Zustimmung der deutschen und europäischen Kartellbehörden werde in wenigen Tagen erwartet. Die Bewag werde im übrigen durch Übertragungen von Teilen der erworbenen Anteilen an den ostdeutschen Firmen in Transaktionen einbezogen.

HEW erwartet nach Kauf keine weiteren Belastungen

Über die genannte Kaufsumme von 2,9 Mrd. DM hinaus rechnet die HEW laut Timm mit keinen weiteren Belastungen. Bis die beiden ostdeutschen Stromfirmen zu "wirtschaftlicher Blüte" kämen, könnte es allerdings noch bis 2006/2007 dauern. Die geschlossene Vereinbarung "ist Teil eines Masterplanes, der am Ende dazu führen wird, dass wir die Firmen HEW, Bewag, Veag und Laubag in einen großen Unternehmensverbund integrieren werden", sagte er weiter. "Wir haben uns fest vorgenommen, in zwei Jahren, also mit Wirkung vom 1. Januar 2003, diesen Konzern lebensfähig zu machen", kündigte er an. Nach den aktuellen Anteilsverhältnissen würde nach Timms Worten an dem neuen Großkonzern, der seinen Sitz in Berlin haben werde, der HEW-Großaktionär Vattenfall die Mehrheit haben. Der Bewag-Großaktionär und US-amerikanische Energiekonzern Mirant dürfte 25 bis 40 % der Anteile daran halten, konkret festgelegt sei das noch nicht.

Personalabbau möglich

Nicht wegen der Übernahme, wohl aber wegen der derzeitigen Bereinigungen in der deutschen Stromwirtschaft könnte es bei Veag und Laubag nach den Worten von Timm einen moderaten Personalabbau geben. Der HEW-Chef sprach von 6 500 bis 7 000 Stellen, mit denen bei den beiden ostdeutschen Energiefirmen künftig gearbeitet werden dürfte. Derzeit seien es rund 9 000, doch schließe das auch Aktivitäten der Veag im Netzbereich ein.

Wirtschaftsminister Müller zufrieden

Bundeswirtschaftsminister Werner Müller zeigte sich befriedigt, dass im Rahmen der Übernahmegespräche die HEW garantiert habe, ungeachtet etwaiger späterer Absatzprobleme jährlich 50 Terrawattstunden Strom aus ostdeutscher Braunkohle abzunehmen und zu verkaufen. Auch bei etwaigen Problemen im Absatz dieser Menge dürfe HEW bis 2008 hier keine Kurzarbeit anmelden. "Die Arbeitsplätze sind damit wirklich sicher", sagte Müller. Ich bin überzeugt, dass damit das Thema der ostdeutschen Stromwirtschaft und der ostdeutschen Braunkohle- Förderung insgesamt gelöst ist", sagte Müller. Der Minister äußerte die Erwartung, dass in den noch ausstehenden Detailgesprächen der ostdeutsche Braunkohleförderer Mibrag in die gefundene Lösung miteingebunden werden kann.

Eine weitere Voraussetzung zur Schaffung der geplanten nordostdeutschen Stromriesen war in der vergangenen Woche mit der Einigung über die künftige Eigentümerstruktur am Berliner Stromkonzern Bewag geschaffen worden. Danach werden künftig HEW und Mirant die Bewag gemeinschaftlich führen. Wie bei der Bewag, so war auch bei Veag der wettbewerbsrechtlich bedingte Verkauf von Anteilen durch Alteigentümer - E.ON und RWE - Grund für die Eigentümer-Neustrukturierung.

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