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Wirtschaftspatriotismus konkret

Was außerhalb Frankreichs geschieht, ist für die meisten Franzosen von untergeordnetem Interesse. Die meisten Franzosen machen Urlaub im eigenen Land; schöne Ecken gibt es dort bekanntermaßen ja reichlich.

Was außerhalb Frankreichs geschieht, ist für die meisten Franzosen von untergeordnetem Interesse. Die meisten Franzosen machen Urlaub im eigenen Land; schöne Ecken gibt es dort bekanntermaßen ja reichlich.

Auch in den TV-Nachrichten finden Auslandsthemen allenfalls am Rande Erwähnung. Eine defekte Planungssoftware in einem Gymnasium, die dazu führt, dass der Schulbeginn um eine Woche nach hinten verschoben werden muss, ist den Machern der 20h-Nachrichten auf TF1 allemal wichtiger als etwa die Ereignisse um die deutsche Bundestagswahl.

Diese gewisse Selbstverliebtheit äußert sich auch im konkreten Wirtschaftsleben; und dort nicht nur bei der Abneigung der französischen Regierung gegen ausländische Unternehmen, die die Frechheit besitzen, eine französische Gesellschaft übernehmen zu wollen.

Dieser "Wirtschaftspatriotismus" äußert sich auch bei den kleinen, alltäglichen Dingen. Bei der staatlichen Post zum Beispiel. Briefe ins EU-Ausland sind teurer als Briefe, die im Inland verschickt werden.

Doch damit nicht genug der Diskriminierung. Die praktischen Selbstklebe-Marken, die man nicht mehr mühsam selbst befeuchten muss, gibt es für das EU-Ausland nur in Ausnahmefällen. "Die sind in der Herstellung zu teuer", erfährt der verduzte Postkunde auf Nachfrage. Gut, dass es E-Mail gibt.


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