Wirtschaftsposten soll in der Krise rasch besetzt werden
Wer wird Amerikas nächster Finanzminister?

John McCain und Barack Obama arbeiten bereits an einem Schattenkabinett. Die Finanzkrise rückt dabei die Position des neuen Finanzministers und des Wirtschaftsberaters in den Mittelpunkt. Unter einem Präsidenten Obama könnte Henry Paulson für eine Übergangszeit im Amt bleiben.

WASHINGTON. Eine Woche vor der Wahl des US-Präsidenten zeichnen sich erste Konturen ab, wie ein Kabinett unter John McCain oder Barack Obama aussehen sein könnte. Die Finanzkrise rückt dabei die Positionen des neuen Finanzministers und des wichtigsten Wirtschaftsberaters in den Mittelpunkt. Dabei könnte es durchaus sein, dass im Finanzministerium alles beim Alten bleibt.

Der derzeitige Chef der Treasury, Henry Paulson, hatte zwar deutlich gemacht, dass er für diese Aufgabe nicht mehr zur Verfügung steht. Doch unter einer Obama-Präsidentschaft wird nicht ausgeschlossen, dass er für eine Übergangszeit im Amt bleiben könnte. "Angesichts der Dimension der Herausforderung ist das durchaus vorstellbar", sagt Robert Traynham, der 2000 im Übergangsteam von George W. Bush arbeitete. McCain zeigt dagegen wenig Interesse an Paulson. "Sollte McCain Präsident werden, dann dürfte er sich so schnell wie möglich von der Bush-Mannschaft trennen", sagte Traynham jetzt dem Sender NPR.

Den Übergangsteams kommt in den 77 Tagen zwischen Wahl und Inauguration des Präsidenten am 20. Januar größte Bedeutung zu. Sie geben Empfehlungen ab, welche Inhalte und Projekte der scheidenden Administration auch von der neuen Regierung weiterverfolgt werden sollten - und auf welche Herausforderungen sich diese einstellen muss. Danach richten sich auch die Entscheidungen in Personalfragen.

So gilt in einem Obama-Kabinett Timothy Geithner, Präsident der Federal Reserve Bank in New York, als weiterer Anwärter auf die Paulson-Nachfolge. In der Finanzkrise ist Geithner neben Paulson und Fed-Chef Ben Bernanke zu einer der Schlüsselfiguren aufgestiegen. Den politischen Hintergrund brächte der 47-Jährige mit: Er war unter Bill Clinton Vize-Staatssekretär im Finanzministerium. Neben Geithner wird immer auch der Name von Larry Summers gehandelt, zwischen 1999 und 2001 Finanzminister. Allerdings ist seine Reputation durch seine glücklose Zeit als Präsident der Harvard Universität angeschlagen. Dort musste er 2006 nach einem Misstrauensvotum vorzeitig gehen.

McCain könnte auf John Thain als Finanzminister vertrauen. Thain war bis vor kurzem Chef von Merrill Lynch. Mit der Übernahme durch die Bank of America ist Thain dort zuständig für Global Banking. Doch während weiter auf die Gier der Banker geschimpft wird, die die Finanzkrise mit verursacht habe, passt Thain derzeit nicht gut ins Bild. Immerhin gilt er als einer der bestbezahltesten Banker an der Wall Street.

Seite 1:

Wer wird Amerikas nächster Finanzminister?

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%