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Wirtschaftsprüfer-Kongress in Hamburg

Das Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) hat am 15. und 16. 10. 2003 in Hamburg den Deutschen ...

Das Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) hat am 15. und 16. 10. 2003 in Hamburg den Deutschen Wirtschaftsprüfer Congress veranstaltet. Unter dem Motto "Wirtschaftsprüfer im Blickpunkt der Öffentlichkeit - Wiedergewinnung öffentlichen Vertrauens in Kapitalmarktinformationen" diskutierte das IDW zusammen mit hochrangigen Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft, wie der Berufsstand der Wirtschaftsprüfer im Interesse der Kapitalmarktteilnehmer die aktuelle Vertrauenskrise überwinden kann.
";Dem Berufsstand der Wirtschaftsprüfer ist es bewusst,“ verdeutlichte Dr. Harald Ring, Vorstandsvorsitzender des IDW, "dass hierzu im Zweifel auch für die Wirtschaftsprüfer unangenehme Maßnahmen erforderlich sind. Im Fokus der Reformmaßnahmen muss dabei allerdings stets die Gewährleistung einer hohen Prüfungsqualität stehen. Hieran sind die aktuellen Reformvorschläge zu messen.“
Aus den Vorträgen und Diskussionsbeiträgen wurde deutlich, dass der Gewährleistung der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers eine herausragende Bedeutung für die Stärkung des Vertrauens in die Arbeit der Wirtschaftsprüfer zukommt.
"Fast alle diesbezüglichen Vorschläge der Bundesregierung“, stellte Prof. Dr. Klaus-Peter Naumann, Vorstandssprecher des IDW, fest, "sind geeignet, durch die Stärkung der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers die hohe Prüfungsqualität zu stützen, und werden daher von uns begrüßt. Nach Darstellung von Dr. Hansjörg Geiger, Staatssekretär im Bundesjustizministerium, erwägt die Bundesregierung allerdings auch ein Verbot der Rechts- und Steuerberatung durch den Abschlussprüfer, soweit sie sich auf den Jahresabschluss auswirkt. Naumann hierzu: "Eine Einschränkung der Steuerberatung, die über das Verbot der sog. Selbstprüfung hinausgeht, kann für die Prüfungsqualität schädlich sein. Eine Beschränkung zulässiger Steuerberatungsleistungen sollte daher auf Beratungen begrenzt bleiben, die sich auf den zu prüfenden Abschluss unmittelbar und nicht unwesentlich auswirken."
Einvernehmen bestand bei den Rednern und Diskussionsteilnehmern, dass Reformen im Bereich der Abschlussprüfung zwar einen essentiellen, aber nicht den einzigen Bestandteil der erforderlichen Maßnahmen darstellen. In die Überlegungen einzubeziehen sind vielmehr auch die Angemessenheit der Rechnungslegungsnormen, das sog. Enforcement zur Durchsetzung einer ordnungsgemäßen Rechnungslegung sowie die sachgerechte Ausgestaltung der Leitungs- und Überwachungsstrukturen der Unternehmen. Dabei sollte weniger auf gesetzgeberische Maßnahmen, als vielmehr auf die Selbstregulierungskräfte des Kapitalmarktes gesetzt werden. Einen großen Stellenwert hat in diesem Zusammenhang auch der Deutsche Corporate Governance Kodex.

Quelle: FINANZ BETRIEB, 23.10.2003

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