Wirtschaftsprüfer
PWC-Beratungssparte plant Börsengang

Die Beratungssparte des Wirtschaftsprüfers PricewaterhouseCoopers (PWC), PWCC, will sich von ihrer Muttergesellschaft lösen und an die Börse gehen.

Reuters WASHINGTON. Sie beantragte am Donnerstag bei der US-Börsenaufsicht SEC die Ausgabe von Klasse-A-Stammaktien im Volumen von rund einer Milliarde Dollar.

Mit dem Börsengang wolle sich PWCC von den Auflagen lösen, die die Unabhängigkeit der Wirtschaftprüfer von ihren Kunden sicherstellen, hieß es in einem an die SEC geleiteten vorläufigen PWCC-Emissionsprospekt. So solle möglichen Interessenskonflikten begegnet werden. Nach dem Bilanzskandal bei dem bankrotten Energiehändler Enron war die Diskussion um die Unabhängigkeit von Wirtschaftsprüfern, die für ihre Klienten auch als Unternehmensberater tätig sind, aufgekommen. Die Rolle des Enron-Prüfers Arthur Andersen bei dem Zusammenbruch des US-Konzerns wird derzeit in mehreren Gerichtsverfahren geprüft.

Im vorläufigen PWCC-Emissionsprospekt war die US-Investmentbank Morgan Stanley als einzige Begleiterin des Börsengangs angegeben. Zum erwarteten Ausgabepreis wurden dort wie allgemein üblich keine Angaben gemacht. PWCC werde im Zuge des Börsengangs möglicherweise den Namen ändern, hieß es. Die auf den Bermuda-Inseln ansässige PWCC bietet Unternehmen und Regierungen Beratungs- und Technologie-Dienstleistungen an. Weltweit beschäftigt die PWC-Beratungssparte mehr als 32.000 Mitarbeiter.

Seit Ende 2000 habe PWCC weniger Möglichkeiten, sich um Aufträge zu bewerben, weil die betreffenden Unternehmen zumeist auch Klienten von PWC seien, hieß es weiter. Vor gut einem Jahr hatte die SEC härtere Regeln erlassen, um die Unabhängigkeit von Wirtschaftsprüfern zu gewährleisten. Diese sehen unter anderem vor, dass Wirtschaftsprüfer in ihren Jahresbilanzen die nicht aus dem Prüfungsgeschäft stammenden Einnahmen explizit ausweisen müssen.

Im vergangenen Jahr waren bereits die Beratungssparten der PWC-Konkurrenten Arthur Andersen und KPMG, Accenture und KPMG Consulting, an die Börse gegangen.

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