Wirtschaftswachstum
Rezession in den USA wird offiziell

In den USA wird heute vermutlich offiziell der bislang längste wirtschaftliche Aufschwung für beendet erklärt und eine Rezession ausgerufen. Die sechs maßgeblichen Ökonomen des National Bureau of Economic Research (NBER) haben sich am vergangenen Freitag telefonisch beraten.

tor NEW YORK. Es wird damit gerechnet, dass das NBER die US-Wirtschaft seit dem vergangenen März in der Rezession sieht. "Nach meiner persönlichen Meinung hat die Rezession begonnen", sagte NBER-Mitglied Jeffrey Frankel.

Für die Amerikaner ist das keine Überraschung. Die offizielle Rezessionserklärung kommt allerdings zu einer Zeit, da sich bereits die Zeichen für eine wirtschaftliche Erholung mehren. Ein wachsendes Verbrauchervertrauen und andere Frühindikatoren deuten auf bessere Zeiten im nächsten Jahr hin. Die Neuanträge auf Arbeitslosenunterstützung gehen langsam zurück, die Aktienmärkte weisen - trotz starker Schwankungen - wieder nach oben. Dennoch dürfte eine Rezessionserklärung des NBER den Druck auf den US-Kongress verstärken, das umstrittene Konjunkturpaket zu verabschieden.

Die Wirtschaft befindet sich nach Einschätzung des NBER dann in einer Rezession, wenn Industrieproduktion, Beschäftigung, reales Einkommen und Umsätze im Groß- und Einzelhandel dauerhaft zurückgehen. Außer beim realen Einkommen treffen in den USA alle Bedingungen zu. Die NBER-Prognose unterscheidet sich von der üblichen Definition, wonach ein Rückgang des Bruttoinlandsproduktes in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen eine Rezession bestimmt. Die amerikanische Wirtschaft ist nach vorläufigen Berechnungen im 3. Quartal um 0,4 % geschrumpft und wird nach Meinung von Experten im Schlussquartal weiter um rund 1,9 % zurückgehen. Gefördert durch die kräftigen Zinssenkungen und geplanten Steuererleichterungen rechnen die meisten Ökonomen mit einer wirtschaftlichen Erholung in der zweiten Hälfte 2002.

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