Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der Uni Frankfurt feiert 100-jähriges Bestehen
Herbert Hax für offene Grenzen zwischen BWL und VWL

Für offene Grenzen zwischen der Betriebswirtschaftslehre und der Volkswirtschaftslehre hat sich der langjährige Vorsitzende des Sachverständigenrates, Herbert Hax, ausgesprochen. "Betriebswirtschaftlilche Forscher sollten sich nicht scheuen, sich an der Analyse, Beurteilung und Gestaltung der für das Funktionieren der Märkte wesentlichen Rahmenbedingungen zu beteiligen", sagte Hax am Donnerstag anlässlich des hundertjährigen Jubiläums des Fachbereiches Wirtschaftswissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt.

FRANKFURT/M. Am 21. Oktober 1901 war die Vorläuferin der Universität, die Akademie für Sozial- und Handelswissenschaften, gegründet worden. Eine eigenständige wirtschafts- und sozialwissenschaftliche Fakultät - die erste ihrer Art in Deutschland - wurde im Oktober 1914 ins Leben gerufen. Die Universität Frankfurt war die einzige, die damals allein aus Stiftungen reicher Bürger finanziert war. Unter ihnen spielte Wilhelm Merton, der Gründer der Metallgesellschaft, eine führende Rolle. Nachdem das Stiftungskapital in der Inflation von 1918 bis 1923 verloren gegangen war, übernahm die Stadt die Universität. Später ging sie an das Land Hessen über.

"Heute sieht sich der Fachbereich in der Spitzengruppe der wirtschaftswissenschaftlichen Forschungs- und Ausbildungsstätten in Deutschland", erklärte Dekan Reinhard H. Schmidt. Der Fachbereich bemühe sich "um einen soliden Mittelplatz in der europäischen Champions League". Diesem Zweck dienten auch die massiven Bemühungen um eine Internationalisierung in Forschung und Lehre.

Hax erinnerte daran, dass die moderne Betriebswirtschaftslehre ihren Ursprung nicht in der Forschung, sondern in der Nachfrage nach Lehre habe. Auch in Zukunft hänge die Entwicklung des Faches in starkem Maße davon ab, wie erfolgreich sein Lehrangebot sei. Die Sicherung des wissenschaftlichen Nachwuchses sei "durch eine auf Nivellierung und Reglementierung gerichtete Hochschulpolitik bedroht".

Marietta Kurm-Engels
Marietta Kurm-Engels
Handelsblatt / Redakteurin
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