"Wirtschaftswoche": Krisentreffen der Banken
Holzmann dementiert drohende Zerschlagung

afp FRANKFURT/DÜSSELDORF. Der Baukonzern Philipp Holzmann hat energisch einen Bericht der "Wirtschaftswoche" dementiert, dem Unternehmen drohe eine Zerschlagung. Der Bericht sei gänzlich unzutreffend, betonte Firmensprecherin Petra Rob am Mittwoch in Frankfurt am Main. Anders als von dem Düsseldorfer Magazin dargestellt, habe es auch keine "Krisensitzung" der Banken, sondern lediglich ein "ganz normales" Treffen des Holzmann-Bankenkonsortiums gegeben.

Einer vorab verbreiteten Meldung der "Wirtschaftswoche" zufolge berieten Bankenvertreter am Dienstag, ob das profitable Holzmann-Auslandsgeschäft um die US-Tochter Jones abgespalten und für rund drei Milliarden Mark (gut 1,5 Milliarden Euro) verkauft werden solle. Rob hielt dagegen, über Beteiligungsverkäufe oder gar eine Zerschlagung sei "kein Wort verloren" worden. Dies wäre angesichts der Milliardensummen, die die Banken mittlerweile in Holzmann gesteckt hätten, auch "ziemlich unsinnig".

Der Holzmann-Konzern war wegen eines Milliarden-Lochs im vergangenen Herbst in eine bedrohliche Schieflage geraten und hatte nur über ein Sanierungspaket von Gläubigerbanken, Bundesregierung, Konzernleitung und Arbeitnehmern aus der bereits beantragten Insolvenz gerettet werden können. Die Banken halten seither die Mehrheit am Kapital des Konzerns. Holzmann-Chef Konrad Hinrichs verhandelt laut "Wirtschaftswoche" seit Wochen über einen Aufschub bei der Rückzahlung eines Konsortialkredits von einer Milliarde Mark, der ursprünglich bis November getilgt sein sollte. Rob sagte, es gehe konkret um eine Kreditlinie über noch ausstehende 500 Millionen Mark; der Rest habe sich "schon erledigt". Die Holzmann-Sprecherin äußerte sich überzeugt, dass der Kredit um ein Jahr verlängert werde. Dies sei schon "in den nächsten Tagen" zu erwarten.

Abgesehen von den Kreditverhandlungen macht auch die schwache Baukonjunktur Holzmann derzeit schwer zu schaffen. Hinrichs strebt für den Gesamtkonzern zwar noch ein leicht positives Ergebnis an, dies bereite ihm wegen der rückläufigen Baunachfrage im Inland aber große Mühe, wie er jüngst dem "Handelblatt" verriet.

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