Wirtschatskrise schwappt über die Grenze
Paraguay: Ausnahmezustand nach Protesten

Nach landesweiten, zum Teil von Gewalt begleiteten Protesten gegen die Politik der Regierung hat Paraguays Präsident Luis Gonzalez Macchi am Montag den Ausnahmezustand über das Land verhängt.

Reuters ASUNCION. Durch die Maßnahme sind, zunächst auf fünf Tage befristet, eine Reihe von Grundrechten der Bürger eingeschränkt. Die Regierung kann danach Demonstrationen verbieten und Protestkundgebungen durch das Militär niederschlagen lassen.

Nach offiziellen Angaben wurden bei einer Demonstration in Ciudad del Este, rund 300 Kilometer östlich der Hauptstadt Asuncion, vier Personen von Sicherheitskräften angeschossen. Die Kundgebung richtete sich, wie eine andere in der Nähe des Kongress-Gebäudes in der Hauptstadt, in erster Linie gegen die Wirtschaftspolitik der Regierung.

Viele Menschen in Paraguay leben in bitterer Armut. Täglich spüren die rund 5,7 Mill. Menschen des südamerikanischen Landes die Folgen der seit langem anhaltenden Rezession. Durch die Wirtschafts- und Finanzkrise im benachbarten Argentinien und in Brasilien hat sich die Lage weiter verschärft.

Nach Jahrzehnten der Diktatur war das Land erst 1989 zur Demokratie zurück gekehrt. Die Regierung vermutet nach eigenen Angaben hinter der jüngsten Protestwelle Machenschaften des im Exil lebenden Ex-Generals Lino Oviedo und seiner Anhänger. Oviedo soll an drei gescheiterten Putschversuchen seit 1996 beteiligt gewesen sein, was dieser jedoch bestreitet.

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