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Wissen, was der Konkurrent liest

Philip Kaplan weiß, was Angestellte lieben: Gerüchte, Tratsch und Flurfunk. Im Mai 2000 startete der Webdesigner deshalb die Internseite www.fuckedcompany, auf der er Spekulationen und Gerüchte über Internetfirmen zum heiteren Ratespiel im Stil von "Wer geht als nächstes pleite" verulkte.

Der Erfolg gab ihm recht: Bis heute besuchen rund vier Millionen Nutzer pro Monat die digitale Gerüchteküche. Doch langsam verliert das Thema an Fahrt, weshalb sich der findige New Yorker jetzt etwas neues ausgedacht hat. Zahlenden Abonennten gewährt Kaplan für 45 Dollar im Monat Eintritt in die Welt interner Firmenmails und Mitarbeiterrundschreiben. Rund 800 interne Dokumente hat er für den Start von www.internalmemos.com gesammelt. Die Liste der Unternehmen, aus denen die Dokumente stammen, ist lang: EDS, AOL, Worldcom, PwC, Microsoft, IBM, Toyota, Alcatel und Siebel - um nur einige zu nennen. Der Inhalt variiert von brisant bis belanglos. Wobei die angekündigte Entlassung von Mitarbeitern Konkurrenten sicher stärker interessieren dürfte als der Kantinenspeiseplan. Etwaigen Nachahmern dieser - zugegeben pfiffigen - Geschäftsidee sei zur Vorsicht geraten. Zumindest nach deutschen Recht sind interne Firmenmails und Dokumente urheberrechtlich geschützt und dürfen nicht kommerziell verwertet werden. Vom Risiko für die Lieferanten, bei der Weitergabe erwischt zu werden, ganz zu schweigen.

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