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Genfood: Berührte Natur

Neue Gene braucht das Land? Die Zutat im Essen verbreitet einen verunsichernden Nachgeschmack.

Das Menü im Restaurant mundet exzellent. Der Wintersalat ist mit knackigem Chicorée angerichtet, zum gedünsteten Fisch serviert das Haus einen zart gebutterten Reis, und die Dessertkomposition besticht durch die frische, saftige Süße einer Papaya. Der Blauschimmelkäse, der das Menü abrundet, ist genau auf den Punkt gereift. Ein Genuss wie immer. Und doch einer mit einem Hauch Verunsicherung. Denn diese Gaumenfreude könnte bald einen schalen Nachgeschmack haben - weniger auf der Zunge als im Gefühl.

Der Angriff auf den Gourmetgaumen ist weder zu schmecken noch zu sehen. Der Stoff, der in nächster Zeit stärker in den Umlauf kommt, heißt "gentechnisch verändertes Material" (gv). Früchte der Natur mutieren in der Grünen Gentechnik zu Früchten der Labors. Sie werden dort mit vorteilhaften Eigenschaften geimpft.

Nach diesem Eingriff ins Erbgut der Pflanze welkt der Chicorée im Wintersalat nicht mehr so schnell und bleibt über einen längeren Zeitraum knackig und frisch. Der mild gebutterte Reis hat erntemindernden Schädlingsattacken in Fernost standgehalten, und die empfindliche Papaya matscht in der Dessertkomposition nicht mehr so schnell. Der Käse ist mit Hilfe gentechnisch veränderter Organismen an Stelle von natürlichem Lab einfacher hergestellt worden.

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