Wissenschaftliche Analyse der AOK
Überflüssige Arzneimittel-Ausgaben in Milliardenhöhe

Die gesetzlichen Krankenkassen haben im ersten Halbjahr 2001 nach Berechnungen der AOK 3,9 Mrd. DM zu viel für Arzneimittel ausgegeben.

Reuters BERLIN. Eine Analyse des Wissenschaftlichen Instituts der AOK habe ergeben, dass dieses Geld hätte gespart werden können, wenn die Ärzte durchdachter verordnet hätten, teilte die Kasse am Dienstag in Bonn mit. Die Qualität der Therapie hätte darunter nicht gelitten. Unwirtschaftlichkeit bei der Verordnung zeige sich vor allem bei den so genannten Analogpräparaten, die im ersten Halbjahr ein Umsatzplus von 16,3 % verzeichnet hätten.

Analogpräparate bestehen aus Wirkstoffen, die lediglich geringfügige Variationen bereits bekannter Wirkstoffe darstellen und keinen therapeutischen Zusatznutzen bringen. Die Preise dieser Präparate entsprechen in der Regel denen der Originale. Werden stattdessen kostengünstige Nachahmer-Medikamente (Generika) verschrieben, können nach Angaben der AOK etwa bei einem umsatzstarken Herz-Kreislauf-Mittel bis zu 85 % der Kosten gespart werden.

Die Ausgaben der Kassen für Arzneimittel sind im ersten Halbjahr 2001 um 11 %gestiegen. Wegen des Ausgabenanstiegs haben die Kassen angekündigt, spätestens zum Jahreswechsel ihre Beiträge zu erhöhen. Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) hat Gespräche mit den Kassen über ihre Finanzprobleme angekündigt. Die Forderung der Kassen nach steuerlichen Entlastungen hat sie abgelehnt.

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