Archiv
'Wiwo': Deutsche Bank an Lloyds TSB interessiert - Bank: erwägen keine Fusion

Die Deutsche Bank interessiert sich nach den zerschlagenen Plänen zur Übernahme der Postbank oder Credit Suisse laut der "Wirtschaftswoche" nun für die britische Lloyds TSB . Die Vorstände der Deutschen Bank hätten bei ihrem Treffen am Wochenende nahe Nizza verschiedene Szenarien für die Zukunft des deutschen Marktführers durchgespielt, meldet die Zeitschrift. Ein Bank-Sprecher sagte auf Anfrage, das Geldinstitut erwäge weiterhin nicht, mit einer anderen Großbank zu fusionieren. Zu Marktgerüchten nehme die Bank überdies keine Stellung.

dpa-afx FRANKFURT. Die Deutsche Bank interessiert sich nach den zerschlagenen Plänen zur Übernahme der Postbank oder Credit Suisse laut der "Wirtschaftswoche" nun für die britische Lloyds TSB . Die Vorstände der Deutschen Bank hätten bei ihrem Treffen am Wochenende nahe Nizza verschiedene Szenarien für die Zukunft des deutschen Marktführers durchgespielt, meldet die Zeitschrift. Ein Bank-Sprecher sagte auf Anfrage, das Geldinstitut erwäge weiterhin nicht, mit einer anderen Großbank zu fusionieren. Zu Marktgerüchten nehme die Bank überdies keine Stellung.

Wie die "Wirtschaftswoche" meldet, kommen nach einer Analyse der US-Investmentbank Lehman Brothers drei Banken in die engere Wahl für eine Fusion unter Gleichen mit der Deutschen Bank: Credit Suisse, die französische Societe Generale und Lloyds TSB. Dabei passe Lloyds offenbar am besten zur Deutschen Bank.

Die Nummer fünf in Großbritannien, die an der Börse mit knapp 36 Mrd. ? nur wenig höher als die Deutsche Bank bewertet werde, sei besonders stark im Privatkundengeschäft. Die Kosten pro Kunde lägen um zehn Prozent unter dem Niveau der Deutschen Bank. Dagegen könnten die Deutschen den Briten helfen, international wieder stärker Fuß zu fassen, schreibt die "Wirschaftswoche". Lloyds TSB habe sich weitgehend aus dem internationalen Investmentbanking zurück gezogen, in dem die Deutsche Bank stark ist.

Aus Bankenkreisen verlaute, bei einem Zusammenschluss könnte die bisherige Deutsche Bank sich auf Investmentbanking und Asset Management konzentrieren, Lloyds dagegen federführend das Banking mit Privat- und kleineren Firmenkunden übernehmen. Gemeinsam wären beide Banken sehr profitabel: 2003 erzielte Lloyds im Privatkundengeschäft und ähnlichen Geschäftsfeldern nach den Angaben gut drei Mrd. ? Gewinn vor Steuern, die Deutsche Bank rund 1,2 Mrd. ?.

Im Investmentbanking und Firmenkundengeschäft erreichte die Deutsche Bank einen Gewinn von etwa 3,5 Mrd. ?, Lloyds kam auf gut die Hälfte. Gemeinsam würden beide Institute rund 35 Mill. Privatleute und kleine Unternehmen in Europa betreuen, in der Rangliste der größten Banken nach Börsenwert kämen sie auf Platz acht.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%